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Neue Züchtungstechniken

Gentechnik: Ölmühlen wünschen sich klares Bekenntnis der Ampel

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 05.01.2022 - 07:53

Branchenverband sieht auch sichere Rohstoff- und Energieversorgung als Zukunftsfrage.

Pflanzenzüchtung-Gentechnik

Die Ölmühlen erwarten von der neuen Bundesregierung mehr politische Unterstützung und Akzeptanz für die neuen Züchtungsverfahren. Der Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) ist überzeugt, dass die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Genschere CRISPR/Cas der ganzen Welt enorme Potentiale für eine nachhaltige Landwirtschaft bietet. OVID-Präsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld erinnert die Ampelregierung, dass sie laut Koalitionsvertrag „Mehr Fortschritt wagen“ will. Das hieße auch Innovationen zu fördern und die wissenschaftliche Risikobewertung anzuerkennen”, so die Präsidentin.

Zudem erhofft sich die ölsaatenverarbeitende Industrie von der neuen Bundesregierung Mut und Entschlossenheit zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Zielen. Dazu zählen der Umbau der Energieversorgung, die Weiterentwicklung des Nutri-Score sowie der Abbau von Bürokratie. “Diese Aufgaben können wir nur gemeinsam bewältigen. Daher sind wir offen für Gespräche, um die Ziele und Herausforderungen der Unternehmen gleichermaßen in den Blick zu nehmen und an Lösungen zur Realisierung zu arbeiten”, so Kleinschmit von Lengefeld.

Ölmühlen fordern sichere Rohstoff- und Energieversorgung

Wichtige Zukunftsfragen bleiben ihrer Ansicht nach aber nach wie vor ungeklärt. So sei die Ernährungsindustrie als Teil der kritischen Infrastruktur auf international wettbewerbsfähige Energiekosten und funktionierende Lieferketten angewiesen. Die Branche brauche mehr Sicherheit bei der Rohstoff- und Energieversorgung.

„Dafür ist ein praxistauglicher, unbürokratischer Carbon-Leakage-Schutz im nationalen Emissionshandelssystem dringend notwendig, damit wir effektiven Klimaschutz in Deutschland umsetzen können”, verlangt die OVID-Präsidentin. Der Schutz soll Verlagerungen von CO2-Emmissionen ins Ausland verhindern.

Um die Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern, muss die Rohstoffversorgung der deutschen Ernährungsindustrie in den Fokus. “Deutschland und die EU sind und bleiben bei Ölsaaten auf Importe angewiesen. Das wird sich trotz sinnvoller Bemühungen für mehr Regionalität und heimischen Anbau nur bedingt ändern lassen”, erklärt Kleinschmit von Lengefeld.

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