Rote und gelbe Gebiete

Gebietsabgrenzung: Informationsangebot unvollständig

Rote Gebiete-Bayern
BBV
am Donnerstag, 21.01.2021 - 08:19

Der Bayerische Bauernverband fordert Nachbesserungen bei Infos zur Gebietsabgrenzung für Landwirte.

Damit die Vorgaben der neuen Düngeverordnung sowie die Abgrenzung der roten und gelben Gebiete transparent und nachvollziehbar sind, wurden Ende 2020 unter anderem Steckbriefe für die roten Grundwasserkörper und die Messstellen des Ausweisungsmessnetzes veröffentlicht. Die einzelnen betroffenen Flächen können wiederum dem Kartenviewer in Ibalis  entnommen werden.

Einstufung muss leicht nachvollziehbar sein

Trotz des umfangreichen Informationsangebots auf den Websites der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und des Landesamtes für Umwelt ist es für betroffene Landwirte häufig nicht möglich, die genauen Hintergründe für die Einstufung ihrer Flächen als rotes oder gelbes Gebiet nachzuvollziehen. Die Informationen sind umfassend, im Detail aber unvollständig und teils schwer auffindbar, da man mit verschiedenen Karten- und Informationsdiensten sowie auf verschiedenen Internetseiten suchen muss. Besonders bei der gelben Gebietskulisse sind die Informationen sehr allgemein gehalten und es gibt keine detaillierten Steckbriefe.

BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler hat sich deshalb an Umweltminister Thorsten Glauber und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gewandt. Köhler fordert im Namen der betroffenen Landwirte die nötigen Nachbesserungen, damit Betriebe die Gebietszuordnung ihrer landwirtschaftlichen Flächen einfacher und möglichst lückenlos nachvollziehen können.

Rote Gebiete: Folgende Infos fehlen

  • Es fehlen in einigen Steckbriefen Informationen zu den vorhandenen Stützmessstellen.
  • Es ist nicht möglich, im Bayernatlas die zu betrachtenden Grundwasserkörper gleichzeitig mit dem Nitrat-Ausweisungsmessnetz einzublenden. Außerdem sind die zu betrachtenden Grundwasserkörper gelb eingefärbt, was angesichts der ebenfalls gelben Phosphatkulisse irreführend ist.
  • Die Nitratmesswerte auf der Seite des Gewässerkundlichen Dienstes sind nicht auf dem aktuellen Stand, sondern nur bis 2018 aufgeführt. Maßgeblich für die Gebietsausweisung dürften aber auch die Werte aus dem Jahr 2019 sein.
  • Hilfreich wären bei den Steckbriefen neben den aktuellen Messwerten auch noch Zeitreihen sowie Aussagen zur Trendermittlung.
  • Landwirte können aus den Steckbriefen nicht ableiten, warum genau ihre Flächen in der roten Gebietskulisse liegen.
  • Landwirte können oft nicht nachvollziehen, warum Flächen, die langjährig gleich bewirtschaftet wurden und sich von den Bodenverhältnissen nicht unterscheiden, unterschiedlich eingestuft wurden.
  • Außerdem möchten die Landwirte gerne die Möglichkeit haben, die errechneten N-Salden nachvollziehen zu können.
  • Wünschenswert wäre eine Integration der relevanten Inhalte in Ibalis und Verknüpfung mit dem dortigen Kartenviewer und den Feldstückskarten der Landwirte, um zu vermeiden, dass Informationen aus verschiedenen Kartendiensten und Infoportalen zusammengesucht werden müssen.

Bei den gelben Gebieten wären Steckbriefe zu den einzelnen betroffenen Oberflächenwasserkörpern dringend erforderlich, da die aktuell verfügbaren Informationen keinen Rückschluss darauf zulassen, welche Messstellen, Messwerte und Modellierungen für die jeweilige Fläche ausschlaggebend waren und wo diese liegen, um schlussendlich in der Phosphor-Kulisse zu liegen.

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