Gemeinsame Agrarpolitik

GAP: Zwischenfrüchte in nationalen Strategieplan aufnehmen

Luzernefeld
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 09.04.2021 - 11:36

Zwischenfrüchte statt Stilllegung: Die Futterpflanzenzüchter mahnen die Berücksichtigung von Zwischenfrüchten im nationalen Strategieplan an.

Bonn - Am 14. April 2021 wird im Bundeskabinett der Entwurf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum nationalen Strategieplan für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) diskutiert. Die Abteilung Futterpflanzen im Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) hebt im Vorfeld der Beratungen die Bedeutung von Zwischenfrüchten als Alternative zur Flächenstilllegung im GLÖZ 9 Standard (GLÖZ = Guter landwirtschaftlicher und ökologischer Zustand) und in den Öko-Regelungen (Eco-Schemes) hervor.

Hohe CO2-Bindung

„Zwischenfrüchte gehören im Sinne eines effizienten Umwelt- und Ressourcenschutzes in den nationalen Strategieplan. Wir appellieren ausdrücklich an die zuständigen Entscheidungsträger, den Gesetzestext entsprechend zu formulieren“, erklärt Dr. Eike Hupe, Vorsitzender der Abteilung Futterpflanzen im BDP. Gut konzipierter Zwischenfruchtanbau leiste einen erheblichen klimafreundlichen Beitrag durch Bindung von CO2. Weiter werden durch Humusbildung die Bodenfruchtbarkeit sowie die Biodiversität des Bodenlebens deutlich verbessert. Darüber hinaus werde mit Hilfe von Zwischenfrüchten die Wind- und Wassererosion erheblich reduziert sowie die Nährstoffauswaschung signifikant verringert. Hinzu kommen Beiträge zur Insektennahrung, zur biologischen Bekämpfung von Schaderregern und zur Nährstoffversorgung nachfolgender Pflanzenbestände.

Zwischenfrüchte als Alternative zur Stilllegung wäre umweltfreundlich

Eine mögliche Flächenstilllegung im Zusammenhang mit GLÖZ 9 erhöht die Importe von Nahrungsmitteln in die EU, die wiederum zur Intensivierung und Flächenausdehnung der Produktion in Drittländern führen. „Umwelt- und Klimaziele müssen global betrachtet und erreicht werden.

Würde bei GLÖZ 9 der Anbau von Zwischenfrüchten als Alternative zur Flächenstilllegung zugelassen, wäre die inländische Produktion umwelt- und klimafreundlicher gestaltet und zusätzliche Produktionsausdehnungen in Drittländern minimiert. Auch als Eco-Schemes bietet sich der Zwischenfruchtanbau an. Produktionskapazitäten, die zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe beitragen, bleiben so erhalten“, unterstreicht Hupe.