EU-Agrarpolitik

GAP: Vogelschützer wollen zehn Prozent Schutzflächen

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 15.10.2020 - 12:27

Natur- und Vogelschützer verlangen mit der Agrarreform mehr Schutzflächen. Landwirte sollen dafür entschädigt werden.

Hecken-Bayern-Landschaft

Kommende Woche entscheiden die Europa-Abgeordneten über die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). „Diese Abstimmung wird festlegen, wie viel Platz die Natur in der Agrarlandschaft in den nächsten Jahren erhält. Es wird darüber entschieden, wie viel Geld bereitgestellt wird, um die bedrohten Arten zu retten.", so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Allerdings beginnen nach der Abstimmung im EU-Parlament die Verhandlungen (Trilog) mit den EU-Agrarministern über die Agrarreform. Erst danach ist die Agrarreform fix.

Bauern für Hecken entschädigen

Nach Auffassung des Vogelschutzbunds ist ein Fördersystem nötig, das Landwirte und Landwirtinnen für Natur- und Klimaschutzleistungen angemessen vergütet. In ihrer Agrarkampagne „Werde laut für mich“ fordern der LBV und sein bundesweiter Partner NABU mindestens zehn Prozent nicht bewirtschaftete Flächen in der Agrarlandschaft der Natur zu überlassen, um die Artenvielfalt zu bewahren und um das Artensterben zu stoppen. Unter den EU-Agrarministern zeichnet sich indes allenfalls ein Kompromiss zwischen drei und fünf Prozent ab. 

LBV und NABU appellieren deshalb eindringlich an die bayerischen Europa-Abgeordneten für eine weitgehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik abzustimmen. Nach Auffassung der Naturschützer sollen mehrjährige Blühflächen, Brachen, Hecken und andere wertvolle Landschaftsstrukturen auf den zehn Prozent Flächen entstehen.