EU-Agrarpolitik

GAP: Umweltschützer machen sich für Gemeinwohlprämie stark

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 16.03.2021 - 13:48

Der Bund Naturschutz fordert von den Länderagrarministern, eine Gemeinwohlprämie einzuführen. Damit sollen Landwirte für Umweltleistungen besser entlohnt werden.

Hecken-Bayern-Landschaft

Anlässlich der Sonderagrarministerkonferenz am 17. März fordert der Bund Naturschutz (BN) den schrittweisen Ausstieg aus der Direktzahlungsprämie, die bisher vor allem nach Größe der bewirtschafteten Fläche ausgezahlt wurde. Nach BN-Auffassung müssen jährlich steigende Anteile der bisherigen Prämie ökologisch qualifiziert werden.

„Wir fordern Ministerpräsidenten Markus Söder und die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf, endlich mehr „Agrarökologie statt Agrarkapitalismus“ zu wagen. Um Bäuerinnen und Bauern für umweltgerechtere Bewirtschaftung fair zu entlohnen, dürfen EU-Gelder nicht weiter mit der Gießkanne verteilt werden“, so Richard Mergner, BN Landesvorsitzender.

In der europäischen und nationalen Agrarpolitik müssten außerdem faire Marktpartnerschaften zwischen Erzeugern und Verarbeitungs- und Handelsunternehmen ausgehandelt werden. „Solange die Tierhaltung von Importfuttermitteln abhängig bleibt, Fleisch für den Export produziert wird und die großen Schlachtunternehmen unter Umgehung von Tariflohnzahlungen ihre Gewinne erwirtschaften können, kann von einem Systemwechsel keine Rede sein“, so Stephan Kreppold, Sprecher des BN Arbeitskreis Landwirtschaft, und weiter: „Jetzt geht es darum, wenigstens auf nationalen Ebene die vorhandenen Spielräume zu nutzen und klare Leitplanken zu setzen, wie Landwirte künftig für Ihre Leistungen für nachvollziehbaren Klimaschutz, Tierwohl und Umweltleistungen bezahlt werden können.“

Dafür müssen jährlich steigende Anteile der Direktzahlungsprämie ökologisch qualifiziert werden. Dies kann laut BN am besten mit einem Punktemodell für Gemeinwohlleistungen in den Ökoregelungen (Eco-Schemes) in der Ersten Säule umgesetzt werden, wie es auch der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vorgerechnet haben. Das Thünen Institut des BMEL habe die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit des Systems bestätigt.