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EU-Agrarpolitik

GAP: Ökobauern sehen sich als Verlierer

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 13.10.2021 - 11:41

Unzufrieden sind Bio- und Umweltverbände, wie Bund und Länder die Ökoregelungen für Biobauern ausgestalten wollen.

Ökolandbau-Hackstriegel-Soja

Bio- und Umweltverbände laufen Sturm gegen die GAP-Direktzahlungen-Verordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Was die Bundesagrarministerin Klöckner vorgelegt habe, gefährde viele Bio-Betriebe massiv, beklagen der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Julia Klöckner beerdigt ihre eigenen Öko-Ziele. Die Ministerin riskiert damit, dass Öko-Bauern aufgeben müssen oder Landwirte, die auf Bio umstellen wollen, das aus finanziellen Gründen nicht wagen. Die Agrarreform würde zur Antireform“, warnt Alexander Gerber, BÖLW-Vorstand für Landwirtschaft. So habe sich die EU ja 25 % Ökolandbau bis 2030 als Ziel vorgenommen.

Laut der kürzlich veröffentlichten Verordnungsentwürfe des Bundeslandwirtschaftsministeriums würden Öko-Betriebe bei der Förderung schlechter gestellt. So sollen nicht alle sieben “Ökoregelungen” (Eco-Schemes), mit welchen ab 2023 Klima- und Umweltleistungen honoriert werden sollen, den Bio-Betrieben offenstehen. Das bedeutet, dass es Öko-Höfen verwehrt würde, mehr für die Umwelt leisten zu können.

Weidepräme gefordert

Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert daher, von der Bundesregierung und den Ländern, den Ausbau des Ökolandbaus finanziell abzusichern und die Bio-Betriebe bei den Ökoregelungen nicht zu benachteiligen.

Gerber untermauert Bandts Forderung. „Jetzt entscheiden Bund und Länder, ob der Umbau hin zu mehr Artenvielfalt, Klimaschutz und Tierwohl überhaupt gelingen kann“. Was jetzt vorliege, sende das Signal: wir wollen keinen Umbau Richtung Nachhaltigkeit, sondern weitermachen wie bisher, so Gerber. Dabei habe Zukunftskommission Landwirtschaft sehr deutlich gemacht, dass es einen Umbau brauche. Besonders wichtig sei es, die Weidehaltung über die Eco-Schemes zu stützen, fordert BÖLW-Vorstand.

Eine entsprechende Länderinitiative für eine Grünland- und Weideprämie fand bei der Agrarministerkonferenz Anfang Oktober aber keine Mehrheit.

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