EU-Agrarpolitik

GAP: Jugendverbände fordern bessere Förderung

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 15.03.2021 - 12:25

Die landwirtschaftlichen Jugendverbände sind mit der künftigen Junglandwirteförderung unzufrieden. Mehr Geld ist umzuschichten.

Junglandwirt-Stall-Kühe

Die landwirtschaftlichen Jugendverbände fordernim Vorfeld der Sonderagrarministerkonferenz (Sonder-AMK) zur nationalen Ausgestaltung der Agrarreform zukünftig mindestens 4 Prozent der Mittel der 1. Säule für die Junglandwirt*innen-Förderung zu verwenden. Mindestens die Hälfte dieser Mittel sollen für eine bundesweite Niederlassungsprämie zur Verfügung stehen. Die Agrarminister treffen sich zur virtuellen Tagung am Mittwoch, den 17. März 2021.

Laut Eva Imrecke, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (jAbL) ermöglichte eine bundesweite Niederlassungsprämie eine zielgerichtete Förderung zu. Die Jugendverbände begründen ihre Forderung mit den hohen ökonomischen Hürden für junge Menschen, die sich eine Existenz in der Landwirtschaft aufbauen möchten, sowie der besonderen Bedeutung junger Menschen, insbesondere für die ländlichen Räume.

    Kapitalintensive Landwirtschaft

    Mit einem Kapitaleinsatz je Arbeitskraft (Kapitalintensität) von rund 610.000 € gehöre die Landwirtschaft zu den kapitalintensivsten Branchen überhaupt, heißt es in der Stellungnahme der Verbände. Im Durchschnitt brauche ein junger Menschen, der sich eine Existenz in der Landwirtschaft aufbauen möchte, rund 150.000 € Eigenkapital alleine für die Schaffung des eigenen Arbeitsplatzes.

    Neben einer Ausweitung der Förderung in der Gemeinsamen Agrarpolitik fordern die Jugendverbände zur generellen Stärkung von Junglandwirt*innen, eine kostenfreie Beratungsstelle und ein Stipendienprogramm zu schaffen. Ebenso soll der Zugang zu Land und Kapital erleichtert und unnötige Bürokratie abgebaut werden.

      Förderung vereinheitlichen

      Kathrin Muus, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) fordert, dass föderale Unterschiede zwischen den Bundesländern bei Handhabung und Ausgestaltung der Junglandwirt*innen-Förderung beseitigt werden. Die Umsetzung und Kofinanzierung müsse bundeseinheitlich ausgestaltet sein.

      Nach Auffassung von Sarah Schulte-Döinghaus, Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB) muss es Anreize für frühzeitige Hofübergaben geben und Planungssicherheit für nachfolgende Generationen. "Auch ein außerfamiliärer Einstieg für Junglandwirt*innen in die Landwirtschaft muss monetär möglich und interessant sein. Denn vitale Höfe sind Motoren der ländlichen Räume und tragen zu einer nachhaltigen Ländlichen Entwicklung bei, so die KLJB-Vorsitzende.

      Sowohl das Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der GAP des BMEL als auch das Protokoll der letzten Sonder-AMK vom 5.2.2021 sieht vor, auch in der kommenden Förderperiode der GAP nur 2 Prozent der Direktzahlungen für die Junglandwirt*innenförderung zu nutzen.