Agrarpolitik

GAP: Druck auf Länderagrarminister wird stärker

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 29.09.2021 - 07:00

Immer mehr Verbände verlangen, die Öko-Regelungen anzupassen. Ökobauern fürchten sonst Nachteile.

Ökolandbau_Kuh_Weide

Der Druck auf die Länderagrarminister wächst, die Öko-Regelungen (Eco-Schemes) um Maßnahmen fürs Grünland zu ergänzen und bestehende Maßnahmen für Ökobauern zu öffnen. Ab heute (29.9.) diskutieren die Agrarministerinnen und -Minister der Länder mit dem Bund auf der Herbst-Agrarministerkonferenz (AMK) die EU-Agrarpolitik (GAP). Bereits vier Bundesländer haben dazu auch einen Beschlussantrag bei der AMK eingebracht.

Dr. Alexander Gerber, Vorstand für Landwirtschaft des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), erwartet von den Agrarministerinnen und -ministern in Bund und Ländern, dass die Öko-Regelungen allen Betrieben offen stehen und damit auch Bio-Betrieben. Sonst werden laut Gerber genau jene Betriebe ins Aus gestellt, die heute schon den Modernisierungspfad bahnen, auf den die gesamte Landwirtschaft einschwenken muss.

Maßnahme Dauergrünland erweitern

Gerber wirft Bundesagrarministerin Julia Klöckner vor, das Problem auszusitzen, obwohl zehntausenden Betrieben existenzielle Gefahr droht. „Denn trotz massiven Zeitdrucks geht es mit dem nationalen GAP-Strategieplan, in dem die Eco-Schemes konkretisiert werden, nicht weiter,“ lautet die BÖLW-Kritik.

Die Höfe brauchen nach Gerbers Meinung jetzt Planungssicherheit. Landwirtinnen und Landwirte, die auf Bio umstellen wollen, werden das sicherlich nicht tun, wenn die GAP Öko-Betriebe finanziell schlechter stelle.

Der BÖLW schlägt daher vor, die geplante Maßnahme 4 “Dauergrünland” so zu gestalten, dass damit eine hohe Umwelt- und Einkommenswirkung ermöglicht wird. Extensive Mast- und auch Milchviehbetriebe sollten die Maßnahme nutzen können, einschließlich der Bio-Betriebe. Dazu bedarf es nach Gerbers Einschätzung einer klugen Festlegung zu Viehbesatz und Mindestgrünlandanteil. Eine Kombination mit Vorgaben zu Mindestweidezeiten würde Anreize für besonders artgerechte Tierhaltung schaffen.

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