Gemeinsame Agrarpolitik

GAP: Es braucht Herkunftsnachweis und Eiweißstrategie

aiz
am Donnerstag, 19.11.2020 - 16:48

Im Europaparlament gibt es Stimmen, die noch zahlreiche Schwachstellen in der Farm-to-Fork-Strategie sehen.

Europaparlament

Brüssel - "Wir können nicht die ohnehin hohen Produktionsstandards weiter hinauffahren und zugleich Agrarprodukte importieren, die zu weit niedrigeren Standards hergestellt wurden. Wir können nicht Versorgungssicherheit und die Reduzierung der Abhängigkeit von Übersee-Soja fordern und zugleich Pflanzenschutzmittel halbieren, Düngemittel um 20% reduzieren, den Bioanbau verdreifachen - ohne dass es dafür einen Absatzmarkt gibt - und ein Zehntel der Anbauflächen stilllegen. Wie passt das zusammen?", merkte die EU-Agrarpolitikerin Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlamen, kritisch an und forderte eine umfassende Vorab-Folgenabschätzung für die derzeit noch "recht bunten und lückenhaften Vorschläge".

Kurze Transportwege und eine regionale Eiweißversorgung

Mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel könne sich der Konsument aktiv für qualitativ hochwertige, heimische Produkte entscheiden und damit nicht nur die regionale Versorgungssicherheit, sondern auch den Klimaschutz unterstützen. "Kurze Transportwege und eine regionale Eiweißversorgung reduzieren die Treibhausgasemissionen, die Reise aus Übersee entfällt. Doch derzeit fehlen ambitionierte Pläne für eine Lebensmittelherkunftskennzeichnung ebenso wie eine Eiweißstrategie", kritisierte Schmiedtbauer.

Dazu gelte es, Bäuerinnen und Bauern bei der Entwicklung gesetzlicher Maßnahmen partnerschaftlich einzubinden, wenn die "Farm to Fork"-Strategie Erfolg haben soll. "Schließlich müssen die Landwirte die Vorgaben am Ende umsetzen.