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EU-Agrarpolitik

GAP: AbL fordert Kriseninstrumente für Milchmarkt

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 25.02.2021 - 08:48

Im März wird in Brüssel über die Marktordnung verhandelt. Klöckner soll sich für mehr Marktsteuerung einsetzen, verlangt die AbL.

Heigl-Lucia-AbL-Bundesvorstand

In einem Brief an Bundesagrarministerin Julia Klöckner fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) auf, dass sich die Ministerin in Brüssel für Instrumente zur freiwilligen Milchmengenreduzierung einsetzt.

Im März wird im europäischen Trilog auch die Reform der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) behandelt. Das EU-Parlament hatte dazu entsprechende Instrumente vorgeschlagen. Wenn die nicht ausreichen, sieht der Vorschlag der EU-Abgeordneten eine zeitlich begrenzte Deckelung der Produktion vor. Außerdem ist ein Frühwarnmechanismus sowie ein Monitoring- und Managementsystem für Marktstörungen zu etablieren, so der Vorschlag des EU-Parlaments.

Somit wird nach Auffassung von Lucia Heigl, stellvertretende AbL Bundesvorsitzende, ein Systemwechsel eingeleitet, damit ErzeugerInnen die Möglichkeit haben, über eine bedarfsorientierte Erzeugung Milch für den Markt zu produzieren und preissenkende Überschüsse zu vermeiden.

„Für die Milchbetriebe verschärft sich der wirtschaftliche Druck durch die steigenden Kosten für Produktionsmittel. Schon jetzt unterschreiten die Erzeugerpreise deutlich unsere Kosten“, so Lucia Heigl, Milchbäuerin in Bayern.

Die Milchviehhalter haben ihrer Meinung nach jahrzehntelang daran gearbeitet, an der Kostenschraube zu drehen. Dies war oft die einzige Möglichkeit, das Überleben ihrer Höfe zu sichern, da es für die Milchbauern kaum Möglichkeiten gab, Einfluss auf die Verkaufspreise ihrer Rohmilch zu nehmen. Dies werde nach wie vor durch die Marktverhältnisse und Gesetzgebung verhindert, so die AbL.

Bauernproteste belegen die Not

Die Proteste der Bäuerinnen und Bauern der vergangenen Wochen und Monate zeigen laut Heigl die dramatische wirtschaftliche Lage auf den Höfen überdeutlich.

„Diese Kriseninstrumente des EU-Parlaments bieten eine europäische Lösung. Damit kann es gelingen, die Marktposition der ErzeugerInnen zu stärken. Mehrere Bauernverbände fordern in dem Milchdialog genau diese Marktkriseninstrumente“, so die Milchbäurin.