Wildbestände

Der Gams geht’s gut

Gams
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Ulrich Graf
am Montag, 02.09.2019 - 13:37

Ein Forschungsvorhabens deutet auf stabile und vitale Populationen hin. Der Jagdverband stellt sich aber gegen Bejagung.

München – In den bayerischen Alpen sind auch heuer wieder zahlreiche Gämsen unterwegs. Erste Ergebnisse eines 2016 gestarteten Forschungsvorhabens deuten auf stabile und vitale Populationen hin, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in München mitteilte. Um die Tiere für Wanderer und Touristen noch besser erlebbar zu machen, will die Ministerin in den staatlichen Bergwäldern Beobachtungsplattformen einrichten. Die ersten beiden sollen noch im Herbst am Wallberg und an der Benediktenwand eröffnet werden. An Anschauungsobjekten jedenfalls scheint es nicht zu mangeln: Den Forschern zufolge leben allein im Karwendelgebirge zwischen Vorderriß und Soiernkessel weit mehr als 500 Gämsen.  

In zwei repräsentativen Modellgebieten an der Kampenwand und im Karwendel erheben die Forscher Daten der drei für den bayerischen Alpenraum typischen Wildarten Reh, Hirsch und Gams – das geschieht neben GPS-Telemetrie, Fotofallen-Monitoring und Wildzählungen auch über genetische Analysen des in Jägerkreisen „Losung“ genannten Kots. Diese neuartige Methode ermöglicht Experten zufolge genauere Aussagen etwa über Populationsgröße, Geschlechterverhältnis und räumliche Verteilung der Tiere.

Bayerischer Jagdverband läuft Sturm

Um auf die wachsenden Populationen zu reagieren, soll die Abschusszahl nun erhöht werden. Dagegen läuft der Bayerische Jagdverband Sturm. Er spricht von einer Aufrüstung und Mobilmachung gegen die Gämsen. Als Beispiel führt er die Kürnach, einen bewaldeten Höhenzug im Landkreis Oberallgäu auf. Die Jäger äußern die Befürchtung, dass die Gams dort gänzlich ausgerottet werden soll.

„Wir fordern, dass der jetzige überhöhte Abschussplan ausgesetzt und ein Monitoring durchgeführt wird. Außerdem erwarten wir eine Antwort von den Bayerischen Staatsforsten, wie nachhaltige Jagd und eine solche regelrechte Mobilmachung zusammenpassen“, erklärte Fred Steinberger, BJV-Regierungsbezirksvorsitzender von Schwaben.