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Erneuerbare Energie

Füracker fordert Lindner zum Entschärfen der Steuerbombe auf

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 18.02.2022 - 12:31

Bei Agri-PV und Solarfreiflächenanlagen drohen erhebliche Nachteile bei der Erbschaftssteuer. Bund soll handeln.

Füracker-Albert-Finanzminister-Bayern

Aus Sicht von Bayerns Finanzminister Albert Füracker muss Bundesfinanzminister Christian Lindner dringend eine drohende Steuerbombe entfernen. Nach der derzeitigen Regelung droht Landwirten beim Bereitstellen von Flächen für Agri-PV und Freiflächenanlagen eine unter Umständen erhebliche Erbschaftsteuerlast.

So ordnet die Finanzverwaltung landwirtschaftlichen Flächen beim Errichten von üblichen Freiflächen-Photovoltaikanlagen bei der Erbschaftsteuer nicht dem landwirtschaftlichen Betrieb zugeordnet werden, sondern dem Grundvermögen zu.Die Folgen sind drastisch.

 

Höhere Bewertung der Fläche und keine Freibeträge

Damit entfallen die steuerlichen Begünstigungen für landwirtschaftliches Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer. Dies gilt auch rückwirkend, wenn nach einer Hofübergabe innerhalb der so genannten Behaltensfristen von fünf oder sieben Jahren auf einer Fläche eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichtet wird.

Zudem droht im Grundvermögen eine höhere Bewertung der Fläche, angelehnt an naheliegenden Gewerbeflächen. Weniger schwerwiegend, aber dennoch ärgerlich. Für diese Flächen mit Solaranlagen ist auch noch die höhere Grundsteuer B fällig.

Anpassung der Steuerregeln nötig

Lindner-Christian-Bundesfinanzminister

Laut Füracker leisten Landwirte mit dem Bereitstellen von Flächen einen maßgeblichen Beitrag zu der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe einer Energiewende. „Die drohende Erbschaftsteuerlast bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen ist jedoch ein wesentliches Hemmnis. Hier ist eine Überarbeitung der gesetzlichen Regelungen durch den Bund dringend nötig.“, erklärt der Finanzminister.

Bei Flächen mit kombinierter Nutzung durch Photovoltaik-Anlagen mit intensiver Landwirtschaft – so genannten ‚Agri-Photovoltaikanlagen‘ – fehlt eine gesetzliche Erbschaftsteuerregelung. Hier brauche es Rechtssicherheit für unsere heimische Landwirtschaft, so Füracker.

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