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EU-Handelspolitik

Freihandelsabkommen: US-Agrarminister fordert kreative Lösungen

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 13.07.2021 - 12:41

Tom Vilsack appelliert an EU-Abgeordnete, sich an wissenschaftliche Fakten, und nicht an Meinungen zu orientieren.

US-Landwirtschaftsminister

US-Agrarminister Tom Vilsack würde gerne mit der EU ein Handelsabkommen abschließen, um seinen Landwirten einen fairen Zugang zu den europäischen Märkten zu verschaffen. Weil die EU bei der Gentechnik oder dem Einsatz von Masthormonen zahlreiche Handelshemmnisse errichte, kämen die USA beim Export von Agrarprodukten in die EU nicht recht zum Zuge. Er forderte im Agrarausschuss des Europaparlaments Handelsregeln, die sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht nach Meinungen richten.

 Die unterschiedlichen Ansichten der EU und der USA über die Standards von Lebensmitteln brauchten "kreative Lösungen". Ohne eine Annäherung bei den Standards sei kein Handelsabkommen möglich. Deshalb sein ein intensiver Dialog umso wichtiger, betonte Vilsack. Kommende Woche wird sich der US-Landwirtschaftsminister auf dem EU-Agrarrat per Video zuschalten.

USA setzen beim Klimaschautz mehr auf Anreize statt Verbote

Unterschiedliche Wege gehen die USA und die EU auch bei der Agrarpolitik. Die USA legen den Akzent auf Produktivität und die Einkommen der Betriebe, erklärte Vilsack. Die Nachhaltigkeit der Erzeugung sei ebenfalls ein Ziel der US-amerikanischen Förderprogramme, führte der Minister vor den EU-Abgeordneten aus. Die Farmer bekämen Anreize, etwa für das Vermeiden von Erosion oder für die lokale Vermarktung. Verbote und Vorschriften wie in der EU gebe es in den USA weniger, so der US-Agrarminister.

Er bezweifelte, dass die europäischen Landwirte die "Farm to Fork"-Strategie mit ihren Reduktionszielen für Pflanzenschutz- und Düngemittel akzeptieren.

In den USA sollten Landwirte ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber anstelle von Vorschriften gebe es ein freiwilliges System mit Anreizen. Es werde ein Markt für die Speicherung von CO2 und für die Verwertung von Methan geschaffen, auf dem die Landwirte Gewinne erzielen könnten. In den USA werde zurzeit intensiv geforscht, mit welchen Pflanzen sich eine Anreicherung von Humus im Boden am besten bewerkstelligen lasse. Die Genschere spiele bei der Züchtung der Pflanzen für den Klimaschutz eine wichtige Rolle.

Mit Material von aiz