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Freihandelsabkommen

Freihandel: EU will mit Neuseeland hart verhandeln

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 26.07.2021 - 09:36

Bis Jahresende wollen Neuseeländer die Verhandlungen abschließen. Bei Milch und Rindfleisch will Brüssel wenig Importe zulassen.

Wojciechowski-Janusz-EU-Agrarkommissar

Die Europäische Kommission will die Zugeständnisse in Agrarhandelsfragen bei einem möglichen Handelsabkommen mit Neuseeland „auf ein Minimum“ beschränken. Dies gelte insbesondere für in der EU sensible Produkte wie Rindfleisch, Milchpulver, Butter und Käse, erklärte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski beim Juli-Treffen der Landwirtschaftsminister in Brüssel.

Der Pole berichtete zugleich, dass es beim Wein- und Spirituosenhandel sowie bei der gegenseitigen Anerkennung geografischer Herkunftsangaben trotz weiterhin noch offener Punkte Fortschritte gegeben habe. Zuletzt habe das Verhandlungsteam aus Wellington durchblicken lassen, dass es bis Jahresende ein Ergebnis erzielen wolle, teilte Wojciechowski mit.

Verhandlungen mit Indien laufen an

Zu den Agrarhandelsbeziehungen zwischen der EU und Indien stellte der Brüsseler Agrarchef fest, dass beide Seiten im Mai der „sofortigen Wiederaufnahme“ von Freihandelsgesprächen und der Einführung eines separaten Abkommens über Herkunftsangaben zugestimmt hätten.

Der Kommissar zeigte sich gegenüber den Ministern hoffnungsvoll, dass die Verhandlungen über die Herkunftsbezeichnungen weitgehend „reibungslos“ voranschreiten werden. Allerdings seien als Folge der Corona-Pandemie die Kontakte zur indischen Seite recht eingeschränkt. Ein Verhandlungsteam habe Neu-Delhi seines Wissens nach noch nicht benannt. Brüssel sei aber bereit, so Wojciechowski, schnellstmöglich in Gespräche einzutreten.

Stärkere Kooperation mit den USA im Gespräch

Besonders zufrieden zeigte sich der EU-Agrarkommissar über die im Juni mit den Vereinigten Staaten getroffene Übereinkunft, die Strafzölle im Zusammenhang mit den Airbus-Boeing-Streitigkeiten für zunächst fünf Jahre auszusetzen. Nach wie vor gebe es auf beiden Seiten Pläne, die transatlantische Zusammenarbeit beim Agrarhandel und beim Klimaschutz auszubauen.

Ferner betonte Wojciechowski, dass beide Seiten sich verpflichtet hätten, bis Ende dieses Jahres eine Lösung für den Stahl- und Aluminiumkonflikt zu finden und die Strafzölle, die vor allem den Beidseitigen Agrarhandel beträfen, gänzlich abzuschaffen. Der dem Agrarrat zeitweise online zugeschaltete US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack bekräftigte den Willen Washingtons zu einer stärkeren Kooperation mit der Europäischen Union.

Mit Material von AgE
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