Nitratbelastung

Freie Bauern verlangen 8000 Grundwassermessstellen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 16.06.2020 - 15:02

Mit dieser Forderung hat sich die Interessenorganisation in einem Schreiben an die Bundesregierung gewandt.

Nitrat

Die Freien Bauern, die sich als Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland bezeichnen, haben an die Bundesregierung appelliert, die für Ende 2020 vorgesehene Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung nitratbelasteter Gebiete als Chance für einen wissenschaftlich sauberen Neubeginn zu sehen.

„Professionelles Grundwassermonitoring kostet Geld, aber dieses Geld ist gut angelegt, wenn dadurch der wertvolle Rohstoff Wasser gezielt geschützt und zugleich eine ertragreiche Landwirtschaft in unserer natürlich begünstigten Region bewahrt werden kann“, sagte Georg Straller von der Bundesvertretung der Freien Bauern.

Unabhängig davon, ob die umstrittene Düngeverordnung 2020 rechtlichen Bestand haben werde, sei es höchste Zeit für einen ursachenbezogenen Grundwasserschutz, meint der 56jährige Schweinemäster aus dem bayerischen Ipflheim.

Nitrateinträge unzureichend geklärt

Der Verband kritisiert, dass bei der bisherigen Praxis die Grundwasserproben, mit denen die Bundesländer so genannte „rote Gebiete“ mit erheblichen Einschränkungen für die Landwirtschaft ausgewiesen haben, neben landwirtschaftlichen Einträgen auch Nitrat aus Siedlungen, Kläranlagen, Kanalisation, Berg- und Tagebauen, Rüstungsaltlasten, Deponien und weiteren Quellen enthalten konnten.

Für die Verwaltungsvorschrift fordern die Freien Bauern nun eine Verdichtung des Messstellennetzes auf mindestens 8000 Anlagen deutschlandweit, eine regelmäßige technische Prüfung der Messstellen auf ihre Funktionsfähigkeit und eine Untersuchung belasteter Proben auf den Verursacher mit den Methoden moderner Umweltforensik.

„Dass erhöhte Nitratwerte bisher pauschal der Landwirtschaft angelastet wurden, hat im Berufsstand zu Recht große Empörung ausgelöst“, argumentiert Straller und erinnert an die großen Treckerdemonstrationen des letzten Jahres: „Wir Bauern wirtschaften so, dass wir unseren Kindern eine saubere Umwelt hinterlassen.“