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Unwetter

Flutkatastrophe: Freie Bauern fordern 1000 €/ha als Soforthilfe

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 26.07.2021 - 07:01

Interessenorganisation fordert schnelle Auszahlung. ZDF-Kritik an Mitschuld der Landwirte an Überflutungen weisen sie entschieden zurück.

Unwetter-Überflutung-Getreidefeld

Die Interessenorganisation Freie Bauern verlangen schnelle Hilfen für alle von den Überflutungen im Rheinland geschädigten Landwirtschaftsbetriebe. Zugleich weisen sie Behauptungen zurück, die Landwirtschaft trage in irgendeiner Weise Verantwortung für die Naturkatastrophe.

„Landwirte aus der Region und allen Teilen Deutschlands waren mit ihrer Technik als erste vor Ort und helfen bis heute uneigennützig bei den Aufräumarbeiten. Das darf aber den Blick nicht dafür verstellen, dass auch Landwirtschaftsbetriebe schwer geschädigt und teilweise existenziell bedroht sind“, sagte der Sprecher der Freien Bauern Nordrhein-Westfalen Thomas Esser. Insbesondere die tiefer gelegenen Ackerflächen, über die sich die Wassermassen verteilt haben, wären massiv mit Unrat aller Art durchsetzt, könnten praktisch kaum beerntet werden. Aufgrund möglicher Verunreinigungen sei es derzeit so gut wie unmöglich, die Ernte zu vermarkten, führt Esser aus und fordert für die betroffenen Bauern eine Soforthilfe von 1000 Euro pro Hektar: „Das würde schnell Liquidität auf die Betriebe bringen. In einen nachgeschalteten Antragsverfahren könnte der drohende Totalverlust, abhängig vom Wert der jeweiligen Kulturen, abgemildert werden.“

Freie Bauern kritisieren Sendung Lesch Kosmos scharf

Die Flut hat nach Auffassung, Klaus-Peter Weinand, Sprecher der Interessenorganisation Rheinland-Pfalz, von gravierendes Staatsversagen im Katastrophenschutz offenbart. Er findet es einen "Medienskandal", dass eine Sendung des ZDF-Wissenschaftsmagazins Leschs Kosmos behauptet wurde, Bodenverdichtungen durch landwirtschaftliche Maschinen trügen eine Mitverantwortung für die Flut.

Jeder Landwirt wirtschafte so, dass Verdichtungen vermieden, im Zweifel rasch beseitigt werden, da sonst auf den Flächen nichts wachsen würde. Boden sei das Kapital des Landwirts, aber es gebe keinen Boden, der in so kurzer Zeit Niederschläge von 200 Litern pro Quadratmeter aufnehmen könne, erklärt Weinand: „Wenn Lesch Anstand hätte, müsste er nach dieser Entgleisung seinen Hut nehmen. Definitiv kann so jemand kein Wissenschaftsmagazin mehr moderieren.“

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