Landespolitik

Flächenverbrauch steigt wieder

Landverluste
Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Mittwoch, 13.10.2021 - 15:40

Im Jahr 2019 betrug der tägliche Flächenverbrauch in Bayern noch 10,8 ha, im vergangenen Jahr ist er auf 11,6 ha pro Tag gestiegen.

Das hat das Landesamt für Statistik mitgeteilt. Mit 46,2 % wurde Ende 2020 etwa die Hälfte der Gesamtfläche Bayerns landwirtschaftlich genutzt. Ein weiteres gutes Drittel des Freistaats besteht aus Wald (35,3 %). 859.434 Hektar (12,2 %) der Fläche Bayerns dienen Siedlungs- und Verkehrszwecken.

Den größten Anteil am Flächenverbrauch im Jahr 2020 hatten Wohnbauflächen mit 1.723 ha. Das sind 0,8 % mehr als im Jahr 2019. Es folgen Industrie- und Gewerbeflächen mit einem Zuwachs von 1.199 ha (+ 1,3 %). Mit 360 ha (+ 0,1 %) ist die Zunahme bei den Verkehrsflächen im Jahr 2020 gering. Flächen für Sport, Freizeit und Erholung nahmen im selben Zeitraum um 260 ha (+ 0,5 %) zu.

Versiegelungsgrad innerhalb der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt bei 51 %

Wie das Landesamt erklärt, umfassen Siedlungs- und Verkehrsflächen auch Grün- und Freiflächen. Daher sei der Flächenverbrauch nicht mit Versiegelung gleichzusetzen. Untersuchungen des Landesamts für Umwelt weisen darauf hin, dass der Versiegelungsgrad bei etwa 51 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt.

CSU und Freien Wähler haben in ihrem Koalitionsvertrag zum Flächensparen einen Richtwert von fünf Hektar pro Tag verankert, der allerdings unverbindlich ist. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir das Thema Flächensparen weiterhin mit vollem, ressortübergreifenden Einsatz angehen müssen, ohne die Wirtschaft abzuwürgen“, erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW).

Grüne fordern ein Durchgreifen

Die Landtags-Grünen fordern ein Durchgreifen: „Nach Jahrzehnten des politischen Laissez-faire und der maximalen Unverbindlichkeit bei Schutz von Wiesen, Feldern und Wäldern in Bayern brauchen wir endlich einen Pflichtwert statt weiter einen freiwilligen Richtwert für den Flächenverbrauch“, sagte der grüne Fraktionschef im Landtag, Ludwig Hartmann.

Eine Maßnahme der Staatsregierung fürs Flächensparen stammt aus dem Jahr 2018. Seitdem gibt es eine so genannte Entsiegelungsprämie – mit mäßiger Bilanz: Wie das Bauministerium auf Anfrage mitteilt, haben bislang 69 bayerische Gemeinden insgesamt lediglich gute neun Hektar entsiegelt, dafür allerdings fast 40 Mio. Euro an Fördergeldern bekommen.