Waldbewirtschaftung

Fichteneinschlag: Neue Bagatellgrenze für Kleinwaldbesitzer

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 19.05.2021 - 12:46

Mit der Bagatellgrenze von 75 Festmeter Fichtenholz will Bayern Kleinwaldbesitzern eine unbürokratische Lösung bieten.

Fichte-Fällen-Harz

Kleinwaldbesitzer werden künftig über eine Bagatellgrenze von den Beschränkungen des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes entlastet. Das hat Forstministerin Michaela Kaniber bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erreicht, teilt das Landwirtschaftsministerium in München mit. Laut Kaniber ist damit die Situation für die bayerischen kleinen privaten Waldbesitzer rasch und unbürokratisch entschärft. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger plädierte zum Ärger des CSU-Koalitionspartners für Ausnahmeregelungen.

Für kleine Waldbesitzer ohne Buchführungspflicht, die meist nicht jedes Jahr die gleiche Menge einschlagen, gab es mit den bisher bestehenden Regelungen einige Unklarheiten. Jetzt steht fest: Insgesamt 75 Festmeter frisches Fichtenholz, das sind rund zwei LKW-Fuhren, darf jeder einzelne Betrieb unabhängig von den Einschlagsbeschränkungen einschlagen und verkaufen.

Alternativ dazu besteht die Regelung unverändert fort, dass Waldbesitzer 4,25 Festmeter je Hektar Betriebsfläche schlagen und vermarkten können. Für einen 20 Hektar großen Betrieb wäre nach Ministeriumsangaben so beispielsweise eine Einschlagsmenge von 85 Festmeter zulässig.

Ausnahmeregelungen für Härtefälle möglich

Das Ministerium weist zudem auf Ausnahmeregelungen für Härtefälle hin. Sollte unabhängig davon ein Waldbesitzer durch die Einschlagsbeschränkung von einer wirtschaftlich unbilligen Härte getroffen werden, die zum Beispiel zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz eines Forstbetriebs führen kann, besteht die Möglichkeit bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ausnahmeregelungen zu beantragen.

Weitere Informationen finden sich unter www.forst.bayern.de/forstschaeden-ausgleichsgesetz.