Recht

Ferkelkastration - Isofluran-Verordnung im Bundeskabinett

Ferkel
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 14.05.2019 - 10:06

Landwirte sollen Vollnarkose selbst durchführen können. Voraussetzung ist die Erlangung eines Sachkundenachweises.

Das Bundeskabinett hat sich vergangene Woche mit dem vorgelegten Verordnungsentwurf der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration befasst. Die Ministerin betonte, dass ihr wichtig sei, bereits in der Übergangsfrist Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu schaffen. Nach Inkrafttreten der Isofluran-Verordnung soll es den Landwirten möglich sein, die Vollnarkose zur Schmerzausschaltung mit diesem Mittel selbst durchzuführen. Voraussetzung dafür ist ein Sachkundenachweis, der sowohl eine theoretische wie praktische Prüfung umfasst.

Daneben will das Ministerin auch die Jungebermast und die Impfung gegen Ebergeruch voranbringen. Außerdem stellt sie klar, dass es eine weitere Verlängerung der betäubungslosen Kastration mit ihr nicht geben werde: "Ab Jahresbeginn 2021 werden wir in Deutschland mit die schärfsten Regelungen haben, Vorreiter sein."

    Das sieht die Verordnung konkret vor

    Die "Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen" (FerkBetSachkV) ermöglicht die Durchführung der Vollnarkose mit Isofluran durch den Landwirt oder andere sachkundige Personen.

    Um den Sachkundenachweis zu erlangen, müssen zunächst Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Hierzu gehören:

    • Vollendung des 18. Lebensjahres
    • erforderliche Zuverlässigkeit
    • einschlägige Berufsausbildung bzw. ein einschlägiges Studium oder berufliche Erfahrung im Umgang mit Ferkeln

    Zudem sieht die Verordnung folgende Voraussetzungen zur Erlangung des Nachweises vor:

    • einen theoretischen Lehrgang
    • eine theoretische Prüfung im Anschluss an den Lehrgang
    • eine Praxisphase unter Anleitung eines fachkundigen Tierarztes im Anschluss an den theoretischen Teil
    • eine praktische Prüfung im Anschluss an die Praxisphase

    Die Verordnung wird dem Deutschen Bundestag zugeleitet und soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Kraft treten.