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Tierwohl

Ferkelkastration: Fast 14 Mio. € für Narkosegeräte bewilligt

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 21.12.2020 - 15:46

Mit knapp 14 Mio. € bei rund 2.700 Antragstellern hat der Bund bisher Landwirte beim Kauf von Narkosegeräten unterstützt.

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Wegen des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2021 hat das Bundeslandwirtschaftsministerium nach eigenen Angaben für das Anschaffen von Isofluran-Narkosegeräten rund 13,5 Mio. € bei rund 2.700 Förderanträge bewilligt. Laut Statistischem Bundesamt gab es im November noch rund 6.800 Sauenhalter. Damit setzen knapp 40 Prozent der Betriebe bei der Kastration auf die Insoflurannarkose.

Eine von Bundesministerin Klöckner vorgelegte Verordnung ermöglicht Landwirten andere sachkundige Personen, die Vollnarkose mit dem Narkosemittel Isofluran durchzuführen. Voraussetzung dafür ist eine umfassende theoretische und praktische Schulung.

Darüber hinaus ist das Ministerium in Sachen Vermarktung in kontinuierlichem Kontakt mit dem Schlacht- und Verarbeitungssektor sowie dem Einzelhandel, heißt es in einer Pressemitteilung. Unterstützt werden zudem Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung. Außerdem informiert das BMEL die Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer Broschüre und über die Homepage über die Thematik der betäubungslosen Ferkelkastration und die Alternativverfahren.

Höchste Auflage in der EU

Mit dem Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration tritt laut BMEL ab Januar 2021 europaweit eine der strengsten Regelungen in Kraft. Eine vollständige Schmerzausschaltung muss garantiert sein. Ferkel können dann nur noch unter Vollnarkose kastriert werden. Anders als in anderen Mitgliedstaaten reicht eine lokale Betäubung oder Schmerzlinderung in Deutschland nicht aus.

Für Bundesministerin Julia Klöckner ist der Jahreswechsel ein entscheidendes Datum für mehr Tierschutz. Deutschland wird in Europa auch hier in der Klarheit der Regelung Vorreiter sein. Mit der Vorgabe der Schmerzausschaltung geht Deutschland über das geltende EU-Recht hinaus. "Für die Tierhalter bedeutet das einen höheren Aufwand und Investitionen. Ihnen greifen wir unter die Arme, um die Umstellung zu ermöglichen. Gleichzeitig ist der Handel aufgefordert, auf die bestehenden Alternativen zu setzen,“ so die Bundesministerin.

Zur betäubungslosen Ferkelkastration bestehen drei rechtskonforme Alternativen:

  1. die Jungebermast,
  2. die Impfung gegen Ebergeruch und
  3. die Kastration unter Vollnarkose.