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Europaparlament

Farm to Fork: Handelspolitik muss auf den Tisch

Transport
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 08.09.2021 - 12:23

Der Deutsche Bauernverband fordert gleiche Produktionsstandards für Lebensmittelimporte aus Drittstaaten wie sie im Binnenmarkt gelten.

Vor den morgigen Abstimmungen im Umwelt- und Agrarausschuss des Europäischen Parlaments über die Farm to Fork-Strategie kritisiert der Deutsche Bauernverband weiterhin einige Änderungsanträge, da diese in deutlichem Widerspruch zu den ökonomischen Notwendigkeiten der Landwirtschaft stehen würden.

Bauernpräsident Joachim Rukwied betont, dass die europäischen Bauern grundsätzlich bereit seien, den eingeschlagenen Weg zu mehr Umweltschutz weiterzugehen, wenn die EU aber wirklich wolle, dass Landwirte den Transformationsprozess erfolgreich gestalten und bewältigen, müsse sie einem pragmatischen politischen Rahmen bieten, der auf realistischen und fachlich abgewogenen Zielen beruhe. Dazu müsse auch die Handelspolitik endlich gleiche Produktionsstandards für Lebensmittelimporte aus Drittstaaten festsetzen.

Umweltprobleme werden nur ins Ausland verlagert

Die EU-Kommission habe die Farm to Fork-Strategie ohne Folgenabschätzung und ohne Beachtung von Zielkonflikten formuliert, bemängelt Rukwied. Es wäre ein schwerer Fehler, die in der Farm to Fork-Strategie politisch festgelegten Reduktionsziele als direkte Vorgabe in Rechtsvorschriften umzusetzen.

Dies hätte den Effekt der Verlagerung der heimischen Erzeugung in andere Länder.
Konkret lehnt der Deutsche Bauernverband beispielsweise ab, die in der Farm to Fork-Strategie festgelegten Ziele für Pflanzenschutzmittel, Nährstoffverluste und Düngemittel in verbindliche Rechtsvorschriften umzusetzen. Mehrere Studien und Folgenabschätzungen würden zeigen, dass diese Ziele zu CO2-Verlagerungs-Effekten führen und die Stabilität der Lebensmittelerzeugung in der EU gefährden würde.

Zoonoserisiko in Drittländern höher

Darüber hinaus kann man beim Bauernverband die Behauptung, dass die Tierhaltung in Europa Zoonoseerkrankungen entstehen lasse, nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Anders als in vielen Drittländern werden die Tiere in Europa verantwortungsbewusst und professionell gehalten, was Zoonosebildung verhindert.

Des Weiteren müsste aus Sicht des Verbandes viel konkreter herausgestellt werden, wie eine immer nachhaltigere europäische Landwirtschaft vor Billigkonkurrenz aus Drittstaaten, bei deren Produktion keine Rücksicht auf Umwelt und Natur genommen wird, geschützt werden kann.