EU-Agrarpolitik

Farm to Fork: EU-Papier ist zu einseitig

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Freitag, 22.05.2020 - 10:06

Als Stückwerk bezeichnet der Vorsitzende des EU-Agrarausschusses das jüngste Strategiepapier der EU-Kommission.

Lins-Norbert-EU-Parlament-CDU

Der Vorsitzende des EU-Agrarausschusses, Norbert Lins, lässt an dem Strategiepapier der EU-Kommission vom "Hof auf den Tisch" (Farm to Fork) kein gutes Haar.

"Die Coronakrise zeigt deutlich, wie wichtig die europäische Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit seit und welchen Herausforderungen wir gegenüberstehen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Kommission sich mehr Zeit nimmt für entscheidende Folgenabschätzungen auf die langfristige Versorgungssicherheit. Das Papier der EU-Kommission ist mehr Stückwerk als Strategie", kritisiert Lins.

Ganze Lieferkette in Verantwortung nehmen

Anstatt die ganze Lebensmittelkette anzuschauen, liegen laut Lins der Fokus und die Verantwortung hauptsächlich auf den Bauernhöfen – das ist weder fair noch erfolgsversprechend. Für einen langfristig nachhaltigen Wandel müssten alle Akteure vom Hof über die Verarbeitung bis zum Tisch an einem Strang ziehen.

"Auch Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden an der Ladentheke, welche Landwirtschaft sie unterstützen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass vor allem die Stimme der Landwirtschaft gehört wird,“ versichert der EU-Abgeordnete.