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Green Deal

Farm to Fork: Deutliche Produktionsrückgänge zu erwarten

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 20.01.2022 - 15:37

Die Universität Wageningen veröffentlicht eine komplette Studie zu den Folgen der Farm to Fork-Strategie der EU. Der IVA sieht die Gefahr der Verlagerung von Umwelteffekten durch die Studie bestätigt.

Die niederländische Wageningen University & Research (WUR) hat bereit im Oktober vergangenen Jahre einen ersten Teil ihrer Studie zu den Auswirkungen von Farm to Fork auf den Agrarsektor und den internationalen Handel vorgelegt. Heute hat sie in Brüssel die komplette Studie vorgestellt. Sie enthält spezifische Daten für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugerländer der EU.

Verlagerung der Umwelteffekte durch steigende Importe

Industrieverband Agrar

Für Deutschland werden dabei trotz erwarteter Anpassungen der Anbausysteme Produktionsrückgänge von 15 Prozent bei Weizen, Raps und Zuckerrüben sowie 26 Prozent bei Hopfen geschätzt. Ausgeglichen würden diese durch höhere Netto-Importmengen.

Für den Industrieverband Agrar (IVA) sieht mit der Studie eigene Befürchtungen bestätigt: „Diese Produktionsverlagerung ist gleichbedeutend mit einer Verlagerung der Umwelteffekte wie Biodiversitätsverluste oder Treibhausgas-Emissionen, aber nicht mit deren Reduktion", kommentierte Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer des IVA die Ergebnisse. Eine echte Verbesserung könne nur über kluge und angepasste Einsparstrategien sowie durch Innovationen und den Einsatz neuer Technologien erreicht werden. Dafür brauche es klare politische und regulatorische Rahmenbedingungen, damit nachhaltige innovative Lösungen schnell in der Praxis ankommen und genutzt werden können,

Gemmer betonte erneut, dass die agrochemische Industrie in Deutschland und Europa die grundlegenden Ziele der F2F-Strategie ausdrücklich begrüße. Die Mitgliedsunternehmen sehen sich als Teil der Lösung für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft. Sie investieren in neue Technologien, treiben Innovationen voran und wollen entscheidend dazu beitragen, eine sichere Nahrungsmittelproduktion und Umweltschutz noch stärker in Einklang zu bringen.