Gemeinsame Agrarpolitik

Farm to Fork: Bioverbände sehen richtige Zeichensetzung

Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Mittwoch, 20.05.2020 - 15:33

Die Zielsetzung beim Biolandbau und beim Pflanzenschutz betrachten die Ökoverbände als ermutigende Zeichen.

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Mainz/Brüssel - Die Strategie „Vom Hof auf den Teller“ (Farm-to-Fork – F2F) und die Biodiversitätsstrategie der Europäischen Kommission sehen einen Ausbau des Ökolandbau bis 2030 auf 25 Prozent und eine Halbierung des Pflanzenschutzmittel- und Antibiotikaeinsatzes.

Für Jan Plagge, Präsident Bioland e.V., ist das ein sehr ermutigendes Signal aus Brüssel: Wenn Europa die Klimakrise und die immensen Herausforderungen im Bereich der Biodiversität angehen und die landwirtschaftlichen Systeme widerstandsfähiger machen wolle, sei dies der richtige Weg.Nun gelte es Farm to Fork zu einem wirksamen Instrument zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen zu machen.

 

70 Prozent der GAP-Fördermittel für Umwelt-, Klima- und Tierschutz

Die neue GAP könne aber nur dann wirksam werden, wenn die Landwirte eine direkte Honorierung für ihre freiwilligen Leistungen für den Umwelt-, Klima- und Tierschutz erhalten, gab Plagge zu bedenken. Denn diese werden aktuell über den Markt nicht entlohnt. Dafür müssten 70 Prozent der GAP-Fördermittel eingesetzt werden, so seine Forderung. Auch die nationalen Mittel müssten aufgestockt werden, um weiteren Landwirten eine Umstellung auf Ökolandbau zu ermöglichen.

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentierte dei Farm-to-Fork-Srategie ebenfalls positiv: “In Bio investieren bedeutet in ein gesundes Europa investieren.“ Nur so könne eine enkeltaugliche Landwirtschaft entstehen.

Die Einstellung, dass nachhaltig vom Acker auf den Teller nur mit mehr Bio möglich ist, vertritt auch Demeter. Bund und Länder müssten die Strategiepapiere der EU-Kommission nun als Leitlinie für eine Agrar- und Ernährungswende nutzen.

Die Bundesregierung müsse sich jetzt in den Verhandlungen zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik dafür einsetzen, dass hinter diesem Ziel auch konkrete Maßnahmen stehen, fordert Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Auch er nannte einen Wert von 70 Prozent des Agrarbudgets, der für gesellschaftliche Leistungen in den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt festzulegen sei. Dies sei in eienem gemeinsam mit anderen Organisationen verfassten Positionspapier näher beschrieben: Positionspapier des BÖLW zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik.