Green Deal

Farm to Fork: 2022 erste Schritte zur Umsetzung

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 15.11.2021 - 17:04

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides plant Vorschläge zu Pflanzenschutzmitteln und Saatgut.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte beim Brüsseler EU-Agrarrat am Montag (15.11.) an, die Kommission werde 2022 mit der Umsetzung der Farm to Fork-Strategie ("Vom Hof auf den Tisch") beginnen So werde sie Vorschläge für den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und für Saatgut vorlegen. Jeden ihrer Vorschläge werde Brüssel mit einer Folgenabschätzung begleiten, so Kyriakides. Ebenso sollen alle bestehenden und zukünftigen Handelsverträge mit Drittländern mit einem Nachhaltigkeitskapitel ausgestattet werden. "Importe müssen den Anforderungen der EU entsprechen", sicherte die EU-Kommissarin den Ministern zu.

Damit ging Kyriakides auf die Forderungen zahlreicher EU-Agrarminister ein. Sie verlangten, dass die geplanten Ziele der Farm to Fork-Strategie nicht zu weniger EU-Agrarprodukten und zu mehr Importen in die EU führen dürften. Um das zu verhindern, müssen die Importe den gleichen Standards unterliegen wie die heimischen Produkte.

Franzosen setzen auf Selbstversorgung und nachhaltigen Handel

Bezüglich Farm to Fork gehe es darum, die Produktion in der EU zu halten, betonte die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Sie mahnte die EU-Kommission, in ihren Handelsgesprächen mit Drittländern dafür zu sorgen, dass höhere Standards in der EU nicht durch Importe unterlaufen werden.

Ihr französischer Ressortkollege Julien Denormandie erklärte, eine nachhaltige Handelspolitik und die Selbstversorgung der EU mit Nahrungsmitteln gehörten zu den Schwerpunkten der französischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2022. Die Ziele der Farm to Fork-Strategie sollten zusammen mit den Landwirten verfolgt werden und nicht gegen sie, betonte Denormandie
 

Europäische Lösung beim Wolf nötig

Daneben war auch der Wolf ein Thema. Auf Initiative der Slowakei forderten auch Österreich, Tschechien, Deutschland, Finnland und Rumänien von der EU-Kommission eine europäische Lösung im Wolfsmanagement sowie die aktuelle Problemsituation ernst zu nehmen.

 In Österreich wurden rund 500 Tiere von Wölfen getötet, berichtet Agrarministerin Elisabeth Köstinger. Wenn jetzt nicht Problemwölfe entnommen würden, könnten die heimischen Almen bald nicht mehr bewirtschaftet werden. „Wir brauchen deshalb eine europäische Lösung, um auch die österreichische Alm- und Weidewirtschaft nachhaltig abzusichern", erklärte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger bei der Ratssitzung.

Mit Material von aiz
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