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Welternährung

Familienbetriebe unterstützen 7-Punkte-Plan von Friedrich Merz

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Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 13.07.2022 - 09:24

Der Verband warnt wegen Stilllegung vor Gefährdung der Versorgungssicherheit und vor weiteren Preissteigerungen bei Nahrungsmittel und Bauholz.

Nach Auffassung des Vorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, hat CDU-Chef Friedrich Merz Recht mit seinem 7-Punkte-Plan gegen den Teuer-Schock.

Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei durch die Stilllegung von Acker- und Waldflächen akut gefährdet. Deutschland erlaube seinen Bauern trotz rasant steigender Lebensmittelpreise bereits jetzt schon nicht, bereits stillgelegte Flächen für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen, so Elverfeldt.
 

Elverfeldt warnt vor Preissteigerungen

Elverfeldt

Aus seiner Sicht kommt es noch dicker. Die EU plant mit dem Green Deal bis 2030 noch einmal 10 Prozent der Acker und Waldflächen in Deutschland und Europa komplett aus der Nutzung nehmen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) befürchtet, dass rund 4 Mio. ha Ackerland, rund ein Viertel der deutschen Ackerfläche, aus der Nutzung fallen könnten.

„Das wird die Preise für Lebensmittel und Bauholz weiter in die Höhe treiben. Ausbaden müssen das dann alle Deutschen an der Supermarkt- und an der Baumarkt-Kasse. Das ist weder sozial noch ökologisch sinnvoll, geschweige denn gerecht“, argumentiert Elverfeldt.

Merz hatte unter anderem in seinem Plan der Regierung empfohlen, sofort Obst und Getreide auf stillgelegten Flächen anzubauen, Energiesteuern senken sowie Heizen mit Biomasse „hochfahren.“ Er appellierte an die Grünen, endlich über ihren Schatten zu springen. 

CO2-Emissionen werden verlagert

Elverfeldt weist zudem darauf hin, dass die geplanten Maßnahmen im Green Deal noch andere weitreichende Folgen haben werden. „Mit den Stilllegungsplänen bedroht die EU-Kommission nicht nur Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz, sie steht auch der Erreichung der Pariser Klimaziele im Weg, da erst durch die nachhaltige Bewirtschaftung im Wald das volle Potenzial der Klimaschutzleistung ausgeschöpft werden kann.“

Außerdem müssten Nicht-EU-Länder künftig die Produktionsausfälle bei Nahrungsmitteln und Rohstoffen kompensieren. Mit Blick auf weite Transportwege und deutlich niedrigere Standards vor Ort komme es so zu negativen Effekten für Klima, Mensch und Umwelt. „So verlagern wir unsere Emissionen lediglich. Das kann nicht die Lösung sein“, so der Land und Forst-Vorsitzende.

Kampagne zum Green Deal

Die EU-Kommission plant beim EU-Green Deal weitreichende Eingriffe in Kulturlandschaft und Eigentum mit negativen Effekten für Natur und Mensch. So sieht die EU-Biodiversitätsstrategie unter anderem vor, 10 Prozent der Landflächen Europas sich selbst zu überlassen und die wirtschaftliche Nutzung dieser Flächen weitgehend zu untersagen.

Die Familienbetriebe Land und Forst setzen sich gemeinsam mit anderen Verbänden bereits seit einigen Monaten in der Kampagne „Unser Green Deal“ dafür ein, auf pauschale Nutzungsverbote zu verzichten.