Brexit

Europa und die Auferstehung

Brexit
Sepp Kellerer Portrait 2019
Sepp Kellerer
am Donnerstag, 18.04.2019 - 11:06

Europa ist nicht das ferne Brüssel, Europa liegt direkt vor unserer Haustür, nein noch viel mehr: Europa, das sind wir.

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Wenn Europa, Brüssel und EU-Kommission gerade – vielleicht sogar schon seit geraumer Zeit – Reizwörter für Sie sind, dann kann ich das durchaus verstehen. Die eingangs genannten Begriffe gelten beinahe schon als Synonym für Bürokratismus und immer schärfere und praxisferne Auflagen. Und weil Brüssel so schön weit weg und Europa so wenig greifbar ist, ist es auch sehr bequem und beliebt, den Schwarzen Peter dort abzuladen. Übrigens nicht nur bei Ihnen, liebe Leser, sondern auch bei unseren Politikern in München und Berlin.

Aber ist Europa wirklich an allem schuld? Wenn man ernsthaft auf die Brüsseler Eurokraten zugeht und stichhaltige Argumente auf den Tisch legt, dann scheinen sie durchaus zu Gesprächen bereit zu sein, zumindest zum Zuhören. Jüngstes Beispiel ist die Düngeverordnung.

Was wäre denn eigentlich die Alternative zu Europa? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Schauen wir doch nur nach Großbritannien. Die haben sich entschieden, Europa zu verlassen, äh, halt: aus der europäischen Union auszutreten. Und jetzt, wo die Sache ernst wird, da wollen sie doch nicht loslassen. Haben sie vielleicht gemerkt, was sie alles verlieren, wenn sie nicht mehr der europäischen Union angehören?

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Es ist keineswegs alles in Ordnung in der Europäischen Union, zwischen Atlantik und Schwarzem Meer, zwischen Nordkap und Peloponnes.

Und genau mit diesen geografischen Angaben sind wir am springenden Punkt. Irgendwo zwischen diesen Eckpunkten liegt Bayern, liegen Regnitzlosau, Fladungen, Weißensburg oder Ramsau. Was ich damit sagen will? Europa ist nicht das ferne Brüssel, Europa liegt direkt vor unserer Haustür, nein noch viel mehr: Europa, das sind wir. Das heißt, jeder von uns hat ein kleines Stück Gestaltungsmöglichkeit in Europa und jeder von uns hat ein Stück Verantwortung für Europa. Ich sage das bewusst ein ganzes Ende vor der Europawahl.

Und wir haben ganz bewusst in diesem Heft, dem Osterheft, ein Interview zur Europawahl im Blatt. Drei Generationen katholische Christen äußern da ihre Sicht der Dinge. „Jetzt ist die Stunde für ein neues Kapitel in Europa“, so lautet ein Zitat daraus. Vielleicht denken Sie für sich einmal darüber nach, wie dieses neue Kapitel für Sie aussehen sollte. In diesem Sinne wünschen wir: Frohe Ostern!