Klimapolitik

EU-Umweltausschuss verlangt weniger Methan-Emissionen

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 29.09.2021 - 15:09

Tierzahlen sollen jedoch nicht sinken, sondern technische Lösungen sind gefragt. Vorstoß auf Klimagipfel in Glasgow geplant.

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Reduktionsziele für Methan sollen auf der UN-Klimakonferenz COP26 im November in Glasgow für die ganze Welt festgelegt werden, erklären die Abgeordneten im Umweltausschuss des Europaparlaments in einem Bericht zur Methanstrategie der EU-Kommission. Die Landwirtschaft produziere rund die Hälfte des von den Menschen verursachten Methans, heißt es im Bericht. Seit 2018 stiegen die Methanemissionen aus dem EU-Agrarsektor nach einer Periode des Rückgangs wieder an, was auf eine größere Rinderherde zurückgeführt werden könne.

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments verlangt keine Verminderung der Rinderzahlen durch gesetzliche Auflagen - entsprechende Änderungsanträge wurden in der Abstimmung abgelehnt -, sondern setzt auch auf technische Lösungen in der Rinderhaltung. Vor allem sollen die Forschungen über Zusatzstoffe in der Fütterung verstärkt und die Innovationen anschließend rasch in der landwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden.

Methanvorstoß auf Klimagipfel

Am Rande einer Videokonferenz verkündeten kürzlich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden einen "Global Methane Pledge". Dem Versprechen haben sich neben der EU und den USA auch Großbritannien, Indonesien, Mexiko, Argentinien und der Irak angeschlossen.

Auf dem Klimagipfel in Glasgow soll die Methaninitiative vorgestellt werden in der Hoffnung, dass sich vor allem China, Indien, Brasilien und Saudi-Arabien anschließen werden. Eine 30%ige Verminderung des Methans soll den Temperaturanstieg bis 2050 um 0,2% senken. Die EU hat sich selbst zwar höhere Ziele für die Methanverminderung gestellt, möchte aber möglichst viele der großen Emittenten einbinden.

Keine konkreten Vorgaben für Landwirtschat

Wenn die EU ihr Ziel erreichen will, die Treibhausgasemissionen um mindestens 55% bis 2030 zu verreingern, müssten die Methanemissionen um 35 bis 37% sinken, heißt es in Brüssel. Für die Landwirtschaft sieht die Kommission keine bindenden Vorgaben vor. Eine Sachverständigengruppe soll die Lebenszyklus-Methanemissionen analysieren und sich mit unter anderem Tierhaltung, Düngermanagement, Futtermittelbewirtschaftung und Futtermitteleigenschaften befassen.

Die Brüsseler Behörde strebt zunächst eine Verbesserung und Harmonisierung der Emissionsüberwachung, -überprüfung und -berichterstattung an, da dies derzeit je nach Sektor und Mitgliedstaat auf unterschiedliche Weise erfolge. In Zusammenarbeit mit unter anderem dem UN-Umweltprogramm (UNEP) und der Internationalen Energieagentur (IEA) soll auch eine internationale Beobachtungsstelle für Methanemissionen aufgebaut werden.

 

Mit Material von aiz
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