EU-Agrarpolitik

EU-Ratspräsidentschaft: Was die Slowenen planen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 12.07.2021 - 11:08

Ernährungssicherung, Tierwohl und GAP-Verordnungen nennt Slowenien als wichtige Punkte währen des Ratsvorsitzes.

EU-Agrarrat-Plenum-Luxemburg

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft hat sich vorgenommen, ein besonderes Augenmerk auf die Ernährungssicherheit und den Erhalt einer intakten Lebensmittelkette während Krisenzeiten zu legen. Wie die Regierung in Ljubljana in ihrem Präsidentschaftsprogramm darlegt, ist es außerdem das Ziel, das Tierwohl und die Pflanzengesundheit zu stärken. Mit Blick auf die Forstwirtschaft soll die vielfältige Bewirtschaftung der Wälder im Mittelpunkt stehen, insbesondere der Green Deal und der damit in Zusammenhang stehenden Erreichung der EU-Klima- und Umweltschutzziele bis 2050, .

Beim Aufbau einer stärkeren und widerstandsfähigeren EU misst die neue Ratspräsidentschaft dem Aspekt der Ernährungssicherheit große Bedeutung bei. Ein besserer Informationsaustausch und ein koordiniertes Vorgehen haben laut dem EU-Programm der slowenischen Regierung höchste Priorität, um die Lebensmittelversorgung zu gewährleisten. Entsprechende Aspekte würden bei der Vorlage der Kommissionsmitteilung zum Notfallplan zur Lebensmittelversorgung und der Ernährungssicherheit diskutiert.

Ländlicher Raum und GAP-Verordnungen stehen im Fokus

Besonderen Wert legt Slowenien eigenem Bekunden zufolge außerdem auf die geplanten Maßnahmen in der Farm-to-Fork-Strategie („Vom Hof auf den Tisch“). Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit dem Ziel, den Umwelt- und Klimaschutz zu forcieren, ist aus slowenischer Sicht „das wichtigste Werkzeug". Der legislative Abschluss der GAP-Reform hat daher für die Regierung in Ljubljana Priorität.

Da für die Überwachung der nationalen GAP-Umsetzung „die Qualität und die Vergleichbarkeit der statistischen Daten zwischen den Mitgliedstaaten von entscheidender Bedeutung“ ist, will die slowenische Ratspräsidentschaft ihre Anstrengungen darauf ausrichten, die technischen Verhandlungen für zwei noch ausstehende Kapitel zur Agrarstatistik abzuschließen.

Des Weiteren hat sich der neue Vorsitz vorgenommen, die Entwicklung der ländlichen Gebiete stärker in den Vordergrund zu stellen, da diese mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert seien. Hierzu werden im Programm die Digitalisierung, der demografische Wandel, die Rolle der Frauen in ländlichen Gebieten sowie der Dialog mit den urbanen Regionen genannt.

Mit Material von AgE