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Tierwohl

EU-Kommission will das Aus von Kastenständen und Kälberboxen

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 01.07.2021 - 09:24

Die EU-Kommission kündigt nun einen Gesetzesentwurf zum Verbot von Kastenständen und Kälberiglus an.

Erst forderten 1,4 Mio. EU-Bürger das Verbot, dann das Parlament und jetzt reagiert die EU-Kommission. Die umstrittene Haltung von Legehennen und Mastgeflügel in Käfigen soll in der EU beendet werden. Auch die in einigen EU-Mitgliedstaaten bereits untersagte Haltung von Muttersauen und Kälbern in Käfigen (Kälberiglus) soll EU-weit verboten werden. In der "Farm to Fork"-Strategie wird die Gesetzgebung über den Tierschutz ohnehin überarbeitet. Auch kürzere Tiertransporte sind dabei ein Thema.

Für das Käfigverbot soll es zunächst eine Folgenabschätzung und eine Befragung geben. Die Ergebnisse sind für Ende 2022 angekündigt.
 

Gesetzesvorschlag Ende 2023 zu erwarten

Für Ende 2023 kündigte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nun einen Vorschlag an, der nach bisheriger Planung 2027 in Kraft treten soll. Das Käfigverbot soll schrittweise erfolgen. Damit die Käfige nicht in Drittländer verkauft werden und die Eier von dort wieder in die EU gelangen, sagte Kyriakides einen ausreichenden Außenschutz zu. Importware sollte die Veterinärstandards der EU erfüllen. Mit den Lieferländern werde verhandelt, bestätigte die EU-Kommissarin.

Anstoß gab die Europäische Bürgerinitiative "End the Cage Age", die 1,4 Mio. Unterschriften in allen EU-Mitgliedstaaten sammelte und sich so bei der EU-Kommission Gehör verschaffte. In Österreich ist die Käfighaltung seit Beginn des Jahres 2020 ausnahmslos verboten, in Deutschland ist die Käfighaltung von Legehennen bereits seit 2010 verboten.

Mit Material von aiz
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