Gemeinsame Agrarpolitik

EU-Kommission veröffentlicht Öko-Regelungen

Ökoregelungen
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 14.01.2021 - 16:22

Die Europäische Kommission hat eine Liste möglicher Maßnahmen veröffentlicht, die den Anforderungen an Öko-Regelungen entsprechen.

Im Rahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik muss jedes EU-Land einen eigenen GAP-Strategieplan erstellen. Er soll unter anderem darlegen, wie die von der Kommission eingeforderten Ziele des Green Deals erfüllt werden. Die Strategiepläne müssen auch die sogenannten „Öko-Regelungen“ umfassen.

Übergeordnete Ziele

Die Öko-Regelungen sollen den Landwirten Anreize bieten, die Produktionsformen stärker an den Belangen übergeordneter Ziele auszurichten. Diese sind:

a) Klimaschutz, einschließlich Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft sowie dem Schutz bestehender Kohlenstoffspeicher und der Speicherung atmosphärischen Kohlenstoffs durch Pflanzen, insbesondere Bäume.

b) Anpassung an den Klimawandel, einschließlich Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelproduktion sowie einer verbesserten Widerstandskraft von Tier und Pflanze gegenüber Krankheiten und Klimawandel.

c) Schutz oder Verbesserung von Wasserqualität und Reduzierung von Druck auf die Wasserressourcen.

d) Verhindern der Bodendegradation, Bodenrestaurierung, Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und des Nährstoffmanagements.

e) Schutz der biologischen Vielfalt, Erhalt oder Wiederherstellung von Lebensräumen oder Arten, einschließlich Pflege von Landschaft oder unproduktiven Gebieten

f) Maßnahmen zum reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere von denen ein Risiko für die menschliche Gesundheit oder Umgebung ausgeht.

g) Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls.

1. Vorschläge zu bereits etablierten Instrumenten

Ökologischer Landbau gemäß der Verordnung (EU) 2018/848 (b, c, d, f, g)

  • Umstellung auf ökologischen Landbau (b, c, d, f, g)
  • Erhaltung des ökologischen Landbaus (b, c, d, f, g)

Integrierter Pflanzenschutz im Sinne der Richtlinie zur nachhaltigen Nutzung (b, c, d, e, f) einschließlich:

  • Pufferstreifen mit Managementpraktiken und ohne Pflanzenschutzmitteln (c, e, f)
  • Mechanische Unkrautbekämpfung (c, e, f)
  • Verstärkte Verwendung widerstandsfähiger, schädlingsresistenter Pflanzensorten und -arten (b)
  • Brachland mit Artenzusammensetzung zum Zwecke der biologischen Vielfalt (c, e, f)

2. Vorschläge für weitere Maßnahmen

Agrarökologie einschließlich

  • Fruchtfolge mit Hülsenfrüchten (a, b, d, f)
  • Mischkulturen - Mehrfachkulturen (b, d, e, f)
  • Deckfrucht zwischen Baumreihen auf Dauerkulturen - Obstgärten, Weinberge, Olivenbäume - über der Konditionalität hinaus reichend (a, c, d, e, f)
  • Winterbodenbedeckung und Ernte über die Konditionalität hinausreichend (a, b, c, d)
  • Grasbetonte Weidesysteme mit geringer Intensität (a, c, d, g)
  • Verwendung von Pflanzen / Pflanzensorten, die widerstandsfähiger gegen den Klimawandel sind (b, c, e, f)
  • Gemischte Arten / verschiedene Grasnarben von Dauergrünland für Zwecke der biologischen Vielfalt (Bestäubung, Vögel, Wildfutter) (c, d, e, f)
  • Verbesserter Reisanbau zur Verringerung der Methanemissionen (z. B. abwechselnde Nass- und Trockentechniken) (a)
  • Praktiken und Standards gemäß den Regeln für den ökologischen Landbau (b, c, d, f)

Verbesserte Haltung und Tierschutz einschließlich

  • Fütterungspläne: Zugang zu Futter- und Wasser, Futtermittel- und Wasserqualitätsanalysen (z.B. Mykotoxine), optimierte Futterstrategien (g)
  • Tierwohl: erhöhte Platzverhältnisse pro Tier, verbesserter Bodenbelag (z. B. täglich bereitgestellte Strohbetten), Beschäftigungsmaterial (z. B. Wurzeln für Schweine, Sitzstangen, Nestbaumaterialien usw.), Beschattung / Sprinkler / Belüftung um Hitzestress abzubauen (b, g)
  • Bereitstellung und Verwaltung des regelmäßigen Zugangs zu Freiluftbereichen (g)
  • Praktiken und Standards gemäß den Regeln für den ökologischen Landbau (g)
  • Praktiken zur Erhöhung der Robustheit, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit von Tieren, z. B. Lebensdauer von Milchkühen; Zucht emissionsarmer Tiere, Förderung der genetischen Vielfalt und Widerstandsfähigkeit (a, b, g)
  • Pläne zur Verhütung und Bekämpfung von Tierkrankheiten: Gesamtplan zum verringerten Antobiotikaeinsatz und alle relevanten Haltungspraktiken abdecken, z. B. Impfung und Behandlung, verbesserte Biosicherheit, Verwendung von Futtermittel-Zusatzstoffen usw. (g)
  • Zugang zu Weiden und Verlängerung der Weidezeit für Weidetiere (a, b, g)

Agrarforstsysteme einschließlich

  • Errichtung und Erhaltung von Landschaftsmerkmalen über die Konditionalität hinaus (a, c, d, e)
  • Bewirtschaftungs- und Pflegeplan für Landschaftsmerkmale (e, f)
  • Errichtung und Erhaltung von silvo-pastoralen Systemen mit hoher biologischer Vielfalt.

Naturnahe Bewirtschaftung einschließlich

  • Brachland mit hohem Artenreichtum (Bestäubung, Vögel, Spielrohstoffe usw.) (c, e, f)
  • Beweidung auf offenen Flächen und zwischen Dauerkulturen, Transhumanz und Gemeinwesen-Beweidung (b, d, e, f, g)
  • Naturnahe Schaffung und Verbesserung von Lebensräumen (a, b, c, d, e, f, g)
  • Reduzierung des Düngemittelverbrauchs, geringe Intensität in Ackerkulturen (a, b, c, d, e, f, g)

Humuserhalt einschließlich

  • Naturschutzlandwirtschaft (a, d)
  • Wiederbefeuchtung von Feuchtgebieten / Mooren, Paludikultur (a, c, d, e)
  • Mindestwasserspiegel im Winter (a, c, d)
  • Angemessene Bewirtschaftung von Rückständen, d. h. Einarbeiten von landwirtschaftlichen Rückständen, Aussaat auf Rückständen (a, c, d)
  • Einrichtung und Pflege von Dauergrünland (a, c, d, e, f)
  • Umfangreiche Nutzung von Dauergrünland (a, c, d)

Präzisionslandwirtschaft einschließlich

  • Nährstoffmanagementplan, Einsatz innovativer Ansätze zur Minimierung der Nährstofffreisetzung, optimaler pH für Nährstoffaufnahme, zirkuläre Landwirtschaft (a, c, d, f)
  • Präziser Pflanzenbau zur Reduzierung des Inputs (Düngemittel, Wasser, Pflanzenschutzmittel) (e, f)
  • Verbesserung der Bewässerungseffizienz (b)

Verbesserung des Nährstoffmanagements, einschließlich

  • Umsetzung von Maßnahmen in Zusammenhang mit Nitraten, die über die Konditionalitätsverpflichtungen hinausgehen (c, d, e,)
  • Maßnahmen zur Reduzierung und Verhinderung der Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden durch überschüssige Nährstoffe wie z. B. Bodenprobenahme, falls nicht bereits obligatorisch, Schaffung von Nährstofffallen (c, d, e,)

Wasserschutz, einschließlich

  • Management des Pflanzenwasserbedarfs (Umstellung auf weniger wasserintensive Pflanzen, Änderung der Pflanztermine, optimierte Bewässerungspläne) (b)

Bodenschonung, einschließlich

  • Erosionsschutzstreifen und Windbrüche (b, d, e,)
  • Einrichtung oder Pflege von Terrassen und Streifenanbau (b, d, e,)

Andere Maßnahmen im Zusammenhang mit Treibhausgasemissionen

  • Futtermittelzusatzstoffe zur Verringerung der Emissionen aus der enterischen Fermentation (a)
  • Verbesserte Bewirtschaftung und Lagerung von Gülle (a)