Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Europäische Union

EU-Haushalt: Weniger als ein Drittel für Agrarpolitik

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 14.06.2022 - 11:01

EU-Kommission stellt den Entwurf für den Agrarhaushalt 2023 vor. Mehr Spielraum für Krisenmanagement vorgesehen.

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für das Haushaltsjahr 2023 vorgestellt. So plant die Brüsseler Behörde, für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) circa 53,6 Mrd. € zu verwenden. Der Anteil der Agrarausgaben beträgt damit weniger als ein Drittel (ca. 29%) am Gesamtetat.

Des Weiteren werden 1,1 Mrd. € für den Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) bereitgestellt. Konkret sollen laut Kommission die Widerstandsfähigkeit des Agrar- und Fischereisektors gestärkt und der notwendige Spielraum für das Krisenmanagement angesichts der erwarteten weltweiten Nahrungsmittelknappheit geschaffen werden.

Insgesamt hat die EU-Behörde für 2023 einen jährlichen EU-Haushalt von 185,6 Mrd. € vorgeschlagen, der durch geschätzte 113,9 Mrd. € an Finanzhilfen im EU-Wiederaufbaufonds ergänzt werden soll. Unterstrichen wird, dass der EU-Haushalt auch weiterhin erhebliche Investitionen mobilisieren soll, um die strategische Autonomie Europas, die laufende wirtschaftliche Erholung, die Sicherung der Nachhaltigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Für die Fonds zur regionalen Entwicklung und Kohäsion sind zur Unterstützung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts sowie für eine Infrastruktur, die dem ökologischen Wandel und prioritären Projekten der Union förderlich sein soll, rund 46,1 Mrd. € eingeplant.

2,3 Mrd. € für Umwelt - und Klimapolitik

Etwa 2,3 Mrd. € sind für Umwelt- und Klimapolitik vorgesehen; davon sollen 728 Mio. € für das LIFE-Programm verwendet werden, um Klimaschutz und das Anpassen an den Klimawandel zu unterstützten. Zusätzlich könnte der Fonds für einen gerechten Übergang 5,4 Mrd. € an Finanzhilfen aus dem EU-Wiederaufbaufonds erhalten.

Darüber hinaus hat die Kommission bekanntgegeben, dass im weiteren Jahresverlauf auf der Grundlage einer genaueren Bedarfsanalyse ergänzende Vorschläge vorgelegt werden, um in- und externe Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine abzufedern. Hierauf hat bereits der Europäische Rat in seinen Schlussfolgerungen vom 31. Mai hingewiesen. AgE

Mit Material von AgE
Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt