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Debatte im EU-Parlament

EU-Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten"

Biene
aiz
am Mittwoch, 25.01.2023 - 15:50

Die österreichischen EU-Abgeordneten Alexander Bernhuber und Simone Schmiedtbauer sehen darin eine ideologiegeladene Initiative.

Im EU-Parlament hat eine öffentliche Anhörung zur Europäischen Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten" stattgefunden. Für die österreichischen EU-Europaabgeordneten Alexander Bernhuber und Simone Schmiedtbauer schießt die von rund 200 NGOs unterstützt Initiative am Ziel vorbei, weil sie wesentliche Faktoren wie die Lebensmittelsicherheit nicht berücksichtigt und den Pflanzenschutz pauschal verbieten will.

Versorgungssicherheit berücksichtigen

Den Schutz der Artenvielfalt betrachten die beiden Abgeordneten im Urinteresse der  europäischen Landwirte. Kritische betrachten sie aber die Forderung der Bürgerinitiative nach einer Pestizidreduktion um 80%. Pauschal den Pflanzenschutz zu reduzieren, hätte fatale Folgen für die europäische Lebensmittelproduktion. "Wir müssen komplexer denken, um Biodiversität zu steigern und einen Lebensraum für Insekten zu schaffen", so Bernhuber. Denn gerade in Zeiten, in denen sich gezeigt habe, wie fragil die Lieferketten sind, dürfe Europa die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten aus Drittstaaten nicht noch weiter erhöhen.

Auch für Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, wären die Folgen eines solchen Schritts fatal. "Wir würden in die 'Import-Falle' tappen", befürchtet sie. Lebensmittel, die dann nicht mehr heimisch produziert würden, müssten über lange Transportwege aus Ländern außerhalb der EU importiert werden, wo teils fragwürdige Umweltstandards gelten würden.
 
Die beide EU-Abgeordneten verweisen auch auf die positive Bienenbilanz, die Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vor Kurzem präsentiert hat. Die Studie bestätigt die stabilen Bestände von Bestäubern in Österreich und zeigt klar auf, dass Umweltschutz und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion gemeinsam funktionieren könnten.