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Konditionalität

EU-Agrarreform: Özdemir plädiert für Fruchtwechsel-Lockerungen

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 11.05.2022 - 09:53

Die Auflagen für Fruchtwechsel auf einer Fläche sollen erst ab 2024 statt für 2023 gelten. Grünes Licht aus Brüssel steht noch aus.

Wintweizen-Pflanzenschutz

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir drängt darauf, dass die Fruchtwechsel-Vorgabe in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch nicht im nächsten Jahr zur Anwendung kommt.

„Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die Auswirkungen auf weltweite Ernährungssicherung bereiten uns allen Sorgen", sagte der Grünen-Politiker gegenüber Nachrichtendienst Agra-Europe. Er setze sich deshalb in Brüssel dafür ein, dass die neue Regelung zum Fruchtwechsel verschoben werde, „damit unsere Bauern mehr Weizen produzieren können.“ Bisher gab Brüssel für die Lockerung noch kein grünes Licht.

Lockerung bei Fruchtfolge fordern Bauern seit längerem

Andernfalls könne schon bei dieser Herbstaussaat nicht mehr Weizen auf Weizen angebaut werden. Auch der Deutsche Bauernverband hatte bereits seit längerem auf eine Verschiebung gedrängt. Auch der DLG-Ausschuss Ackerbau verlangte Lockerungen in diesem Bereich, damit Landwirte mehr Flexibilität bei der Fruchtfolgeplanung haben. Die Ausschussmitglieder können sich hier auf 10% der Ackerfläche flexiblere Lösungen vorstellen.

Überdies haben die Bundesländer bei ihrer letztem Treffen Anfang April vom Bund gefordert, wegen der Fruchtfolgeauflagen (GLÖZ7) in Brüssel vorstellig zu werden, um diese Beschränkungen zu lockern.  

Der Vorteil sei, so Özdemir, „wir erhalten die wenigen Flächen für den Artenschutz.“ Seien diese Vielfaltsflächen erstmal verschwunden, gebe es auch nichts mehr zu schützen. Versorgungssicherheit und Klimaschutz und Artenschutz sei „die große Aufgabe dieser Zeit“ „Daran müssen wir uns messen lassen."

Auflage greift ab 10 ha Ackerland

Gemäß dem GLÖZ 7-Standard in der Konditionalität ist ab 10 ha Ackerland ein Fruchtwechsel ab 2023 vorzunehmen. Der Anbau derselben Hauptkultur zwei Jahre hintereinander auf derselben Ackerfläche ist damit grundsätzlich nicht mehr zulässig.

Die EU-Kommission legt den betreffenden Basisrechtsakt dabei so aus, dass der Fruchtwechsel erstmals im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 erfolgen muss, so. Das schränkt die Anbauplanungen der Landwirte insbesondere auch zur Aussaat von Wintergetreide im Herbst 2022 und damit bereits vor Inkrafttreten der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stark ein.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat sich deshalb eigenen Angaben zufolge an die Brüsseler Administration gewandt. Die soll klarstellen, dass der Fruchtwechsel erst im Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2023 erfüllt sein muss.

 

Mit Material von AgE
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