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Agrarministerkonferenz

EU-Agrarreform: Landfrauen verlangen bessere Förderung

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 08.06.2022 - 16:16

LandFrauenverband vermisst nach wie vor Geschlechtergerechtigkeit. Bei Förderung von Junglandwirtinnen ist nachzubessern.

Junglandwirtin-Schlepper

Bei der Sonderagrarministerkonferenz zum Strategieplan für die Agrarreform 2023 haben die Landfreuen einen klaren Auftrag: „In Sachen Geschlechtergerechtigkeit nachjustieren!“, fordert dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Die Länderagrarminister treffen sich am 6. und 7. Juli in Magdeburg. Dabei soll es um Anpassungen im Strategieplan gehen, die sich aus dem „Observation letter“ der EU-Kommission ergeben, den Deutschland Ende Mai erhalten hat.

Der Strategieplan sieht aus Bentkämpers Sicht keine flächendeckenden Maßnahmen vor, um Frauen gleichwertige wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Teilhabechancen zu ermöglichen oder bestehenden Benachteiligungen wirksam entgegenzuwirken. Gründungsberatung, Qualifizierungsmaßnahmen, Coaching und Mentoring müssen aus Sicht des dlv für alle Frauen in allen Tätigkeitsbereichen und allen Regionen Deutschlands zugänglich sein.

Bentkämper wünscht sich, dass das Programm „Innovative Maßnahmen für Frauen im ländlichen Raum“, wie es in Baden-Württemberg umgesetzt wird, bundesweit etabliert wird.

 

Brüssel unterstützt LandFrauen

Bereits bei der Anhörung im Deutschen Bundestag zur GAP am 7. Juni 2021 hat der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) darauf gedrängt, die Lebenssituation von Frauen in ländlichen Regionen durch eine geschlechtergerechte Ausgestaltung der GAP-Förderinstrumente zu verbessern.

Die Einschätzung des dlv zum 1.800-seitigen Strategieplan ist, dass sich Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit zu wenig in den Interventionen und Indikatoren wiederfinden lassen. Der jüngst übermittelte Observation Letter der EU-Kommission teile diese Beurteilung, so der LandFrauenveband.

Der Frauenanteil in der Leitung landwirtschaftlicher Betriebe ist nach dlv-Angaben sehr ausbaufähig: 89 Prozent Männern stehen gerade einmal 11 Prozent Frauen gegenüber. Umso wichtiger sei es, diese Ungleichheit anzugehen und frauenspezifische Komponenten in die Förderung von Junglandwirtinnen aufzunehmen sowie die Existenzgründung von Frauen in landwirtschaftlichen Bereichen stärker in den Blick zu nehmen.