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Fruchtfolge

EU-Agrarreform: Kartoffelanbauer fordern Ausnahmen beim Begrünen

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 27.05.2022 - 07:30

Verband hält Herbstfurche auf schweren Böden für wichtig, für leichte Böden muss Bodenbearbeitung möglich sein.

Kartoffel

Kartoffelanbauer fordern Ausnahmen von der Begrünungspflicht bei den neuen Vorschriften zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023. Nach Auffassung von Olaf Feuerborn, Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA) müssen kartoffelanbauende Betriebe, ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend, alle Optionen nutzen, um über den integrierten Anbau phytosanitäre Probleme bei der Produktion von Kartoffeln vorbeugend entgegenzuwirken.

Dies gelte insbesondere bezüglich Durchwuchskartoffeln. Eine Winterbegrünung in der angedachten Zeit vom 1. Dezember bis zum 15. Januar des Folgejahres wäre daher kontraproduktiv. Als wichtige pflanzenbauliche Maßnahme auf schweren Böden unabdingbar ist demgegenüber das Ziehen einer Herbst-/Winterfurche vor dem Anbau von Kartoffeln.
 

Bekämpfung von Durchwuchs nötig

Vor allem bei leichteren Böden und später Ernte muss laut Feuerborn eine gezielte Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln aus phytosanitären Gründen möglich sein. Dazu müssen Landwirte im Sinne des integrierten Anbaues nach dem Kartoffelanbau alle Bearbeitungsmöglichkeiten nutzen können, zumal auch die Frosttage seltener werden.

„Wir setzen uns daher für entsprechende Ausnahmeregelungen für Kartoffeln beim Standard 6 für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen (GLÖZ) bei den neuen GAP-Vorschriften zur Konditionalität ein“, versichert der UNIKA-Vorsitzende.