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Zuschuss vom Freistaat

Erweiterte Mehrgefahrenversicherung startet im Januar

Durch den Klimawandel nehmen die Risiken für Landwirte durch Trockenheit, Starkregen, Stürme und Hagel zu.
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 21.12.2022 - 14:52

Vorsorge für Landwirte gegen die Risiken des Klimawandels

München Mit der Mehrgefahrenversicherung können Landwirte gegen die zunehmenden Risiken des Klimawandels, wie Trockenheit, Starkregen, Stürme und Hagel, finanziell vorsorgen. Der Freistaat unterstützt dabei die Betriebe, indem er die Versicherungsprämie bezuschusst und so die eigene Risiko-Vorsorge der Betriebe fördert.

Auf Grün- und Ackerland ausgeweitet

Seit letztem Jahr förderte das Landwirtschaftsministerium bereits die Versicherung im Obst- und Weinbau. Nun wird die Versicherungsmöglichkeit auf Grün- und Ackerland ausgeweitet. Nachdem der Bund sich in dieser Frage bislang nicht bewegt hat, wird die Landesregierung nun selbst aktiv.

Für das kommende Jahr sind nach Ministeriumsangaben dafür Haushaltsmittel in Höhe von 17 Millionen Euro eingeplant.

Mit der Förderung wird kein Vollkasko-Schutz finanziert, sondern es sollen insbesondere schwere und existenzbedrohende witterungsbedingte Ertragsverluste abgesichert werden. Das betriebliche Risikomanagement trägt aber weiterhin der Landwirt. Der Freistaat gewährt bereits seit 2019 keine Soforthilfen mehr, wenn die Schäden versicherbar sind.

Schadens- und Indexversicherungen gefördert

Gefördert werden Schadens- und Indexversicherungen für Flächen in Bayern. Die jährlichen Versicherungsprämien können mit bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert werden.

Das Förderprogramm wird für die einzelnen Bereiche „Ackerbau“, „Grünland“ sowie „Dauerkulturen und Hopfen“ unterschiedliche Voraussetzungen enthalten. Die Pakete sehen wie folgt aus:

  • Paket „Ackerbau“: Versicherbare und förderfähige Gefahren sind Ha-gel, Starkregen, Sturm, Starkfrost, Dürre sowie Fraßschäden (durch Wildgänse und Saatkrähen). Es besteht kein Wahlrecht zwischen den Gefahren, d.h. die Betriebe müssen alle genannten Gefahren bei Ackerkulturen absichern.
  • Paket „Grünland“: Versicherbare und förderfähige Gefahren sind Hagel, Dürre sowie Fraßschäden durch Engerlinge. Auch hier besteht kein Wahlrecht.
  • Das Paket „Dauerkulturen und Hopfen“ gilt für Dauerkulturen im Obst- und Weinbau sowie für Hopfen. Versicherbare und förderfähige Gefahren sind: Hagel, Starkregen, Sturm und Starkfrost. Um an der Förderung teilhaben zu können, müssen mindestens zwei Gefahren abgesichert werden.

Das Risiko Dürre wird stets über eine Indexversicherung abgesichert, da Dürreschäden nicht bei einer Feldbegehung geschätzt werden können. Die Entschädigungszahlung ist somit – anders als bei den übrigen Gefahren – nicht an den Nachweis eines tatsächlich eingetretenen Schadens an den angebauten Kulturen geknüpft. Der Versicherungsnehmer erhält hier eine pauschale Zahlung, sobald ein vorher durch den Versicherungsvertrag festgelegter kritischer Niederschlagswert erreicht wurde.

Folgende Ausgaben können nicht gefördert werden:

  • Versicherungsprämien für Kulturen, die in der Richtlinie ausgeschlossen wurden,
  • Umsatzsteuer, Skonti, Rabatte, Beiträge, Gebühren und sonstigen Steuern.

Diese allgemeinen Voraussetzungen gelten

Zudem beihaltet das Förderprogramm noch einige allgemeine Voraussetzungen: Dazu gehört, dass die versicherte Mindestfläche je Betrieb und Jahr 0,3 Hektar beträgt. Zuwendungsfähig sind Einjahres- und Mehrjahresverträge. Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist der Abschluss eines gültigen Versicherungsvertrages, der folgende Vorgaben erfüllt:

Selbstbehalt von mindestens 20 Prozent (Abzugsfranchise), Maximalentschädigung von höchstens 80 Prozent der Versicherungs-summe sowie folgende maximale Versicherungssummen für die einzelnen Kulturgruppen (Höchst-Hektarwert in EUR):

  • Getreide 5.000
  • Eiweißpflanzen 5.000
  • Ölsaaten 5.000
  • Ackerfutter 5.000
  • Hackfrüchte 15.000
  • Energiepflanzen 5.000
  • Sonstige Flächen 5.000
  • Handelsgewächse 5.000
  • Dauergrünland 3.000
  • Obst 30.000
  • Wein 30.000
  • Baumschulen 750.000
  • Hopfen 20.000

Eine Vereinbarung über von diesen Voraussetzungen abweichende Selbstbehalte, Maximalentschädigungen und/oder Höchsthektarwerte im Versicherungsvertrag ist möglich. Versicherungsverträge mit derartig abweichender Ausgestaltung sind jedoch nur bis zu den Grenzen der vorgenannten Voraussetzungen zuwendungsfähig.

Rahmenvereinbarung mit Ministerium

Voraussetzung für zuwendungsfähige Versicherungspolicen ist weiter, dass die Versicherungsunternehmen, zuvor eine Rahmenvereinbarung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgeschlossen haben. Eine gleichzeitige Förderung von Versicherungsprämien mit Mitteln anderer öffentlicher Förderprogramme ist nicht möglich. Der Antrag auf Zuwendung ist jährlich mit dem Mehrfachantrag im digitalen System „iBALIS“ zu stellen. Frist ist wie bisher der 15. Mai. Die Versicherung kann bereits vor Antragstellung abgeschlossen werden. Der Antragsteller ist verpflichtet, vor Abschluss der Versicherung mindestens ein Angebot zur Versicherung einzuholen.