Klimaschutz

Entwaldung: Für 90 Prozent ist Landwirtschaft verantwortlich

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 16.11.2021 - 06:00

Eine FAO-Studie sieht weltweit die Landwirtschaft als Ursache für Entwaldung. Ausnahme macht aber Europa.

Regenwald-Brasilien-Rinderhaltung

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hält die Landwirtschaft für 90 % der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Das wären deutlich mehr
als bisher angenommen. Global sei mehr als die Hälfte des Waldverlustes allein auf die Umwandlung von Wald in Ackerland zurückzuführen, heißt es in der von der FAO jetzt vorgelegten Studie „FRA 2020“.

Weitere 40 % des Waldverlustes entstünden durch die Schaffung von Viehweiden. Insbesondere die tropischen Regenwälder stünden durch die Ausweitung der Landwirtschaft unter Druck. Dabei seien in Afrika und Asien 75% der Entwaldung mit der Anlage von Ackerland zu erklären.

In Südamerika resultierten hingegen fast drei Viertel der Entwaldung aus der Beweidung mit Vieh. Einzig in Europa ist die Landwirtschaft den Studienergebnissen zufolge nicht die Hauptursache
für Entwaldung. Dort hätten die Entwicklung der Städte und der Infrastruktur einen größeren Einfluss.

Steigerung der Prduktivität widerspricht Entwaldungsstopp nicht

Auf Basis der Studienergebnisse will die FAO Ansätze zur Bekämpfung der Entwaldung erarbeiten. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität, um den neuen Bedarf einer wachsenden Bevölkerung zu decken, und der Stopp der Entwaldung seien nämlich keine sich gegenseitig ausschließenden Ziele, betonte die FAO in einem Hinweis auf die Forschungsergebnisse.

An der Erarbeitung der Studie, für die Satellitendaten und Instrumente unter anderem von Google genutzt wurden, waren mehr als 800 Experten aus fast 130 Ländern beteiligt.

Mit Material von AgE