Regenerativew Energie

Energiegipfel: Kritik an Aiwanger

Aiwanger Hubert
Jürgen Umlauft
am Mittwoch, 02.10.2019 - 11:24

Zum Abschluss des bayerischen Energiegipfels hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) seine Ziele für den Ausbau der regenerativen Energien abgesteckt – und erntet viel Kritik.

München - Bis 2022 sollen in Bayern insgesamt 300 neue Windkrafträder entstehen und die Stromleistung aus PV- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen pro Jahr um jeweils 500 MW gesteigert werden. Die Leistung von Biomasse- und Wasserkraftwerken soll mindestens auf dem jetzigen Stand bleiben. Beim Ausbau der Windkraft will Aiwanger trotz der 10 H-Abstandsregel durch verstärkte Beratung in Kommunen mit geeigneten Windkraftstandorten für die im Gesetz vorgesehene Möglichkeit zur Unterschreitung des Mindestabstands zur Wohnbebauung werben.

Ziel sei die Errichtung von „Bürgerwindrädern“. Im Bereich der Wärmeerzeugung setzt Aiwanger auf das Potenzial von Brennholz und Holzpellets. Den Holzanteil bei der Heizungswärme will er von der derzeit 15 auf 20 % anheben. Bei der Mobilität plant der Minister den Ausbau der Wasserstofftechnik.

„Mutlos und planlos“

Der grüne Energiepolitiker Martin Stümpfig bezeichnete Aiwangers Pläne als „mutlos, planlos und ambitionslos“. Die Staatsregierung müsse ihr „Förder-Kleinklein“ beenden und energisch auf den Ausbau der Sonnen- und Windenergie setzen. Annette Karl (SPD) erklärte, die Abschaffung der 10 H-Regel bei der Windkraft sei „überfällig“. Darin seien sich fast alle Experten beim Energiegipfel einig gewesen.

Aus der Wirtschaft kamen mahnende Appelle zum raschen Bau der beiden neuen Stromtrassen nach Bayern. An diesen führe aus Gründen der Versorgungssicherheit und Preisstabilität kein Weg vorbei, erklärte Manfred Gößl als Hauptgeschäftsführer der IHK München-Oberbayern. Drei Viertel der Mitgliedsbetriebe forderten einen schnellen Ausbau der Netze. Ähnlich äußerte sich die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Aiwanger verteidigte dagegen seinen Kurs, die neuen Trassen möglichst überflüssig zu machen. „Je mehr Grundlast wir in Bayern dazubauen, desto wenige Netzausbau wird nötig sein“, sagte er. So ließen sich auch hohe Kosten für den Trassenbau einsparen.