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Eiweißfuttermittel

Eiweißfuttermittel: Bund soll sich für Insekten stark machen

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 06.11.2020 - 10:07

Die Agrarsprecherin der Linken, Kisten Tackmann, will vom Bund eine schnelle Entscheidung zur Zulassung von Eiweißfuttermittel aus Insekten.

Mehlwürmer-Insekteneiweiß-Eiweißfuttermittel

Die einheimische Eiweißversorgung rückt mit der Diskussion um Klimaschutz verstärkt in den Vordergrund. Bundesumweltministerin Svenja Schulze löste vor kurzem ein Proteststurm aus, als sie Rapsanbauer für Hunger in der Welt und Treibhausgase verantwortlich machte, aber Raps nicht als einheimische Eiweißquelle in der Tierernährung erwähnte.

Unzufrieden ist auch die Bundestagsfraktion der Linken über die Pläne der Bundesregierung nach alternativen, tierischen Eiweißquellen.

„Dass die Bundesregierung offen lässt, wie sie sich auf EU-Ebene zur Zulassung der Fütterung von Schweinen und Geflügel mit verarbeitetem tierischem Protein von Nutzinsekten positioniert, ist nach Auffassung von Dr. Kirsten Tackmann, Agrarsprecherin der Linken, unverständlich.

Ihrer Meinung nach sollten bei aller Notwendigkeit der Prüfung von Risiken solche Entscheidungen nicht auf die lange Bank geschoben werden. „Potenziale zur Reduzierung sozial und ökologisch fragwürdiger Eiweißfuttermittel-Importe dürfen nicht fahrlässig verspielt werden,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, die Antwort der Bundesregierung auf die schriftliche Frage zur Zulassung von Nutzinsekten als Futtermittel.
 

Akzeptanz von Insekteneiweiß in Wirtschaft unklar

Das Bundeslandwirtschaftsministerium schreibt in ihrer Antwort, dass die EU-Kommission mit den Experten der Mitgliedstaaten den Entwurf zur Änderung von Anhang IV der EU-Verordnung zu Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) berate. Demnach sei vorgesehen, die Fütterung von Geflügel und Schweinen mit verarbeitetem tierischem Protein von Nutzinsekten zuzulassen. Allerdings seien derzeit nur bestimmte Insektenarten wie Soldaten- und Stubenfliege, Mehl- und Getreideschimmelkäfer sowie Heimchen, Kurzflügel- und Steppengrille zugelassen.

Inwieweit die Wirtschaft im Fall der Zulassung nach europäischem Recht auch davon Gebrauch machen würde, sei nicht voraussehbar, erklärt die Bundesregierung. Dabei zu berücksichtigende Faktoren seien unter anderem die Energiekosten für die Insektenaufzucht, die spezifischen Eigenschaften von Nutzinsektenprotein bei der Mischfutterherstellung und die Akzeptanz der Tierhalter für derartige Futtermittel.