Erneuerbare Energie

EEG: Heidl verlangt Nachbesserungen bei Solar und Biogas

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 05.10.2020 - 07:00

BBV-Präsident Walter Heidl macht Druck, dass die Politik bei die EEG-Novelle noch verbessert.

Biogas-Süß

Im Kabinettsentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2021 sieht der Bayerische Bauernverband (BBV) zwar "einige kleine Verbesserungen", aber auch noch einen "deutlichen Änderungsbedarf".

Die Bundesregierung zeigt laut BBV mit ihrem Entwurt endlich ein Signal, dass Biogasanlagenbetreibern weiterhin eine Perspektive geboten werden soll und erkennt somit die System- und Klimarelevanz der Branche an.

Durch ein Anheben der Fördersätze, des Ausschreibungsvolumens und eine Unterstützung von Güllekleinanlagen sollen Anreize zum Fortbestand der Anlagen gesetzt werden.

„Wir begrüßen diese ersten kleinen Verbesserungen, sehen aber mit Blick auf das jetzt bevorstehende parlamentarische Verfahren nach wie vor deutlichen Änderungsbedarf, um die Wirtschaftlichkeit und die Zukunft von Energie aus Biomasse sicherzustellen“, sagt Bauernpräsident Walter Heidl.

Er hat sich daher bereits in einem Brief mit einer Stellungnahme an Staatskanzleichef Florian Herrmann, Staatsminister Hubert Aiwanger, Staatsministerin Michaela Kaniber und Bundesministerin Julia Klöckner gewandt, um die wichtigen Anliegen des BBV klar zum Ausdruck zu bringen.

Perspektiven für Ü20-Anlagen schaffen

Vorschaubild

Auch bei Photovoltaik müsse noch deutlich nachgebessert werden, verlangt der BBV-Präsident. Die EEG-Umlage soll zwar für Anlagen zwischen 10 und 20 kW für max. 10 MWh selbst verbrauchten Strom/Jahr entfallen. Diese Regelung gilt aber laut Kabinettsentwurf nicht für Anlagen, die aus der 20 Jahre EEG-Förderung fallen (Ü-20-Anlagen).

Der Bayerische Bauernverband fordert eine Ausweitung der Befreiung von der Umlage bis 100 kW sowie eine Ausdehnung der Befreiung auch auf Ü-20-Anlagen. Außerdem benötigen Ü-20-Anlagen eine weitere Einspeisevergütung von mindestens 5 cent/kWh, um wirtschaftlich zu bleiben.

Das fordert der BBV

 Für die Bioenergie fordert der BBV vor allem folgende drei Punkte:

  • Anheben der Gebotshöchstwerte für Ausschreibungen um mindestens 3 Cent/kWh.
  • Neue Anreize für die Güllevergärung.
  • Deutliches Anheben der jährlichen Ausschreibungsvolumina.!


Bei Photovoltaik bleiben viele Anliegen ungeklärt. Daher fordert der BBV:

  • Unausgeschöpftes Potenzial von Solardachanlagen endlich nutzen.
  • Ausweiten der Flächenkulisse für Solar-Freiflächenanlagen unter 750kW in der Festvergütung!
  • Lockeren der EEG-Umlagepflichten für dezentrale Versorgungsmodelle.
  • Weiterbetrieb Ü20 -Anlagen sicherstellen.