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Versicherung

Dürre: Kaniber erhöht Druck auf Klöckner

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 27.04.2020 - 16:12

Bayerns Agrarministerin Kaniber verlangt vom Bund, Mehrgefahrenversicherungen zu unterstützen. Für die drohende Dürre hilft es aber nichts mehr.

Kaniber_Dürre_Getreide

Wegen der anhaltenden Trockenheit wächst bei Landwirten die Sorge vor einem erneuten Dürre-Sommer. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat deshalb ein stärkeres Engagement beim Risikomanagement gefordert. „Ich schlage vor, einen Teil der sogenannten Bundes-Milliarde für die Landwirtschaft zu verwenden, um die Mehrgefahrenversicherung zu finanzieren“, sagte die Ministerin.

In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Kaniber den Bund aufgefordert, den Einstieg in die Mit-Finanzierung einer Mehrgefahrenversicherung neu zu überdenken.

„Damit für möglichst viele Landwirte eine solche Versicherung auch bezahlbar wird, ist vom Bund eine finanzielle Beteiligung erforderlich“, sagte Kaniber.

Niedrigere Versicherungssteuer und Gewinnglättung sind zu wenig

Bislang lehnt der Bund eine Erhöhung der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zur Ko-Finanzierung der Mehrgefahrenversicherung ab.

Da die Risiken infolge des Klimawandels kaum noch beherrschbar sind, hatte Kaniber bereits im vergangenen Jahr eine Bundesratsinitiative zur Einführung von Mehrgefahrenversicherungen vorgeschlagen, die vom Bund und den Ländern gefördert werden.

Diese Förderung ist für Risiken vorgesehen, für die es noch kein für die Betriebe wirtschaftlich tragbares Versicherungsangebot am Markt gibt oder große Wettbewerbsunterschiede innerhalb der EU bestehen. Bisher hat der Bund die Versicherungssteuer für Dürrepolicen gesenkt sowie die zur Gewinnglättung über drei Jahre eingeführt. 

Risikomanagement ist wichtig

„In den vergangenen Wochen ist es vielen Bürgern deutlich geworden, wie wichtig eine funktionierende Landwirtschaft für die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Nahrungsmitteln ist“, sagte Kaniber und wies darauf hin, wie die Landwirte bereits die produktionstechnischen Möglichkeiten nutzen, um sich gegen zunehmende Trockenperioden zu wappnen.

„Wir werden mit Wetterkapriolen leben müssen, aber einmal mehr zeigt sich wie wichtig ein Risikomanagement für die Betriebe ist. Dazu zählen geeignete Fruchtfolgen, ausreichende Futtervorräte, mehrere Einkommensstandbeine sowie die Risikoabsicherung durch entsprechende Versicherungspolicen“, sagte Kaniber.