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Auflagen

Düngeverordnung: Grünland-Quote in roten Gebieten?

Düngung Grünland
Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Mittwoch, 04.12.2019 - 12:58

Bund und Länder wollen eine Ausnahmeregelung für die Stickstoffausbringung auf Grünland in sogenannten roten Gebieten erreichen.

Berlin/München - Wie das Bayerische Landwirtschaftsministerium gegenüber dem Wochenblatt bestätigt hat, haben sich die Beteiligten am vergangenen Freitag darauf geeinigt. Von der Vorgabe, dass die Stickstoffdüngung 20 % unter dem Bedarf liegen muss, soll Grünland demnach in roten Gebieten ausgenommen werden. Allerdings dürfe – nach aktuellem Kenntnisstand – die ausgenommene Fläche nicht mehr als maximal ein Fünftel der Gesamtfläche des Grünlands im jeweiligen roten Gebiet ausmachen. Klare Vorgaben seitens des Bundes gibt es dazu derzeit nicht. In jedem Fall müssten die Länder den Nachweis erbringen, dass die Ausnahmeregelung zu keiner zusätzlichen Nitratbelastung führt.

Anlässlich der vorgesehenen Düngungsbeschränkung auf Grünland erklärt der agrarpolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Artur Auernhammer: „Die an die Europäische Kommission übermittelten wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen: Die Düngungsintensität des Grünlandes hat nur einen geringen Einfluss auf die Nitratgehalte im Grundwasser. Grenzwertüberschreitungen im Grundwasser können nicht auf die Düngungsintensität des Grünlandes zurückgeführt werden. Ich begrüße daher die angestoßene Diskussion, dass Grünland im roten Gebiet von der Bewirtschaftungsauflage ausgenommen werden soll. Der vorliegende Vorschlag, wonach von den Landesbehörden 20 % der Grünlandfläche in roten Gebieten von der Auflage befreit werden können, kann hier nur der erste Schritt sein. Der Vorschlag ist allerdings nicht ausreichend. Es kann nicht sein, dass die Bundesumweltministerin die Auflagen in Brüssel kompromisslos festzurrt und die Administration und die politische Verantwortlichkeit an die Länder adressiert. Das Ziel ist klar: Auch die Düngung des Grünlandes hat sich an naturwissenschaftlichen Kenntnissen zu orientieren.“

Als nächstes muss die EU-Kommission entscheiden, ob sie der Ausnahme zustimmt oder nicht. In technischen Gesprächen zwischen Bund und EU-Kommission vorvergangene Woche hatte sich die Brüsseler Behörde allerdings gegenüber einer solchen Regelung skeptisch gezeigt. Durch die Herausnahme von Grünland würden erhebliche Teile der belasteten Gebiete von der 20 %-Regel ausgenommen werden. Direkt abgelehnt hatte die Kommission aber auch nicht.