Finanzmittel

Düngeverordnung: Bundestag hilft Großbetrieben

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Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Freitag, 15.11.2019 - 15:49

Der Haushaltsausschuss bewilligt Gelder für ein Bundesprogramm zum Nährstoffmanagement.

Berlin - Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Freitag für die Bereitstellung von 70 Mio. € über drei Jahre für ein Bundesprogramm zum Nährstoffmanagement geeinigt. Damit will der Bund landwirtschaftliche Betriebe bei der Anpassung an die schärfere Düngeverordnung (DüV) unterstützen.

In 2020 sollen dabei 16 Mio. € zusätzlich für die „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und 7,5 Mio. € für die Ackerbaustrategie eingesetzt werden. Gefördert werden soll damit der Bau von Erweiterungen von Güllebehältern sowie Techniken zur Separierung zur Erhöhung der Nährstoffeffizienz und Transportwürdigkeit von Gülle. Inklusive der Landesmittel in der GAK geht man im Bundeslandwirtschaftsministerium von einem gesamten Fördervolumen von gut 100 Mio. € aus.

Ob davon auch kleinere Betriebe profitieren werden, ist aber in hohem Maße fraglich. Bekanntlich können Erweiterungen von Güllebehältern nur gefördert werden, wenn ihr Volumen über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau hinausgeht. Auch Anlagen zur Gülleseparierung sind in der Regel für kleine Betriebe zu teuer. Ein Berlin-Insider sagte zum Beschluss gegenüber dem Wochenblatt: „Profitieren werden wenige tausend Betriebe, insbesondere große“.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium gab es 2016 rund 185.000 Betriebe mit Viehhaltung in Deutschland. Teilt man das angedachte Gesamtvolumen der geplanten staatlichen Förderung, inklusive Ländermittel, durch diese Zahl, würde jeder Betrieb rechnerisch etwa 540 € erhalten – über drei Jahre verteilt.