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Wettbewerbsrecht

Düngerpreise: Hersteller wehren sich gegen Lockerungen von Zöllen

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 16.08.2022 - 09:18

Europäischer Dachverband lehnt ein Zollmoratorium der EU-Kommission ab. USA haben Antidumpingzölle ausgesetzt.

N-Dünger-Kalkammonsalpeter

Die Gewinne der N-Düngerhersteller sind zuletzt stark gestiegen, und die Bauern haben mit hohen Düngerpreisen zu kämpfen. Dennoch spricht sich der Europäische Düngemittelverband (Fertilizers Europe) gegen eine befristete Zollbefreiung von Produkten zum Herstellen von Stickstoffdüngern aus.

Die Europäische Kommission hatte im Juli ein bis 2024 laufendes Moratorium vorgeschlagen, um die Kosten für die Düngemittelhersteller und die Landwirte zu senken. Die Zustimmung des Rates steht noch aus.

Bereits Ende Juli hatte die Generaldirektion Handel entschieden, die Importzölle für einige Düngemittel-Grundstoffe wie Harnstoff und wasserfreies Ammoniak auszusetzen. Die Zollsätze betragen für Ammoniak 5,5% und für Harnstoff 6,5%. Über den Verordnungsvorschlag muss aber noch der Ministerrat beraten. So hat die US-Regierung erst kürzlich ihre Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Düngereinfuhren wie aus Trinidad und Tobago aufgegeben, weil diese Importe die US-Düngerindustrie nicht treffen.

Nach Ansicht der Düngemittelhersteller ist die Maßnahme allerdings nicht gerechtfertigt. Die Energie- und insbesondere die Gaspreise, die inzwischen mehr als 90 % der Betriebskosten ausmachten, seien in der EU schon immer höher als in konkurrierenden Drittstaaten gewesen, erklärte ein Sprecher des Verbandes gegenüber Agra-Europe. Für den Verband sind daher Zölle von 5 % bis 6 % „sehr angemessen“; die Abgaben sollten nicht ohne weiteres abgeschafft werden.

Unbedingt festgehalten werden sollte laut Fertilizers Europe auch an den Anti-Dumpingzöllen auf Düngemittelimporte aus den USA, Trinidad und Tobago sowie den Schutzmaßnahmen gegen Importe aus Russland. Die Gefahr des Dumpings sei weiterhin gegeben, daher müsse der Außenschutz auch bestehen bleiben.

Verbandsangaben zufolge sind die Harnstoffpreise auf dem Weltmarkt und in der EU erheblich gesunken, während die Gaspreise in der Gemeinschaft ein Rekordniveau erreicht haben; in der Folge hätten die Hersteller an mehr als zehn Standorten die Produktion eingestellt oder gestoppt.

Mit Material von AgE
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