Verbände

Demeter will sein Profil schärfen

Demeter
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 24.04.2019 - 13:29

Die Delegierten des Demeter-Verbandes haben auf ihrer Versammlung in Oberursel einige Grundsätze beschlossen.

Neben dem Beschluss, spätestens ab 2022 alles frische Obst und Gemüse nicht mehr oder nur noch plastikfrei zu verpacken, haben die Delegierten für Erzeugung und Vertrieb in folgenden Punkten mehr Klarheit geschaffen:

  • Neben den landwirtschaftlichen Betrieben müssen in Zukunft auch Gärtnereien ab einer Größe von zunächst 40 ha und in zehn Jahren ab 10 ha Raufutterfresser im Betrieb halten, denn im Ideal des Hoforganismus wirken Mensch, Pflanze, Tier und Boden zusammen. Mist bzw. Mistkompost gelten in der biodynamischen Landwirtschaft als wichtige Basis für die Bodenfruchtbarkeit.
  • Bisher werden im biodynamischen Landbau auch stickstoffhaltige Naturdünger wie Hornspäne aus konventionellen Herkünften verwendet, da sie aus rein biologischer Landwirtschaft nur begrenzt verfügbar sind. Hier sollen neue Wege gesucht werden – ab 2030 dürfen bei Demeter nur noch stickstoffhaltige organische Handelsdünger aus ökologischen Herkünften verwendet werden (mineralische Stickstoffdünger sind im Ökolandbau ohnehin ausgeschlossen).
  • In der Schweinemast sollen zunehmend Demeter-Ferkel verwendet werden. Daher müssen Betriebe, die andere Bio-zertifizierte Ferkel zukaufen, ab 2020 eine Lenkungsabgabe entrichten.
  • Biogasanlagen auf Demeter-Betrieben dürfen bisher bis zu 30% Gras/Kleegras und Grünschnitt auch aus konventioneller Herkunft verwenden – ab 1.6.2019 dürfen nur noch Neuanlagen zugelassen werden, die zu 100% mit Biosubstrat beschickt werden.
  • Um sicherzustellen, dass Demeter-Produkte nur in solchen Geschäften vertrieben werden dürfen, die sich im Biobereich ausreichend engagieren, wurde die Mindestschwelle für das Biosortiment, das ein Händler vorhalten muss, um Demeter-Produkte listen zu dürfen, auf 1200 Bioprodukte angehoben.
  • Weiterhin wurde sichergestellt, dass die Mindest-Sortimentsgröße auch dann gilt, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb an einen Filialisten oder Großhändler liefert.