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Feinstaub

DBV kritisiert medialen Umgang mit Feinstaubstudie

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Karola Meeder
Karola Meeder
am Dienstag, 22.01.2019 - 15:10

"Die Landwirtschaft ist verantwortlich für 45% von insgesamt 120.000 Todesfällen durch Feinstaub", ging es durch die Medien. Dass die Studie, auf die man sich beruft, noch nicht abgeschlossen ist und auch in der Fachwelt auf Zweifel stößt, scheint die Öffentlichkeit nicht zu stören.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat den Umgang mit einer bisher unveröffentlichten Studie des Mainzer Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie, die die Landwirtschaft als Hauptverursacher von Feinstaubemissionen darstellt und für 45 % von insgesamt 120 000 Todesfällen durch Feinstaub verantwortlich macht, kritisiert. „Solche spekulativen Hochrechnungen sind hochgradig unseriös“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied  in Berlin. Die Studie habe noch nicht einmal das wissenschaftliche Review-Verfahren durchlaufen und zitiere im Wesentlichen eigene Hochrechnungen und Schätzungen der Autoren. „Das Vorgehen bei der medialen Verwertung der unfertigen Studie zielt zudem nur auf Effekthascherei und unterläuft wissenschaftliche Standards“, beklagte Rukwied.

Erhebliche Zweifel in der Fachwelt

Der dargestellte Zusammenhang zwischen Feinstaub und vorzeitigen Todesfällen beruhe auf Modellrechnungen, „die in der Fachwelt auf erhebliche Zweifel stoßen“, stellte der DBV fest. Beanstandet wird vom Bauernverband insbesondere der Eindruck monokausaler Zusammenhänge zwischen Feinstaub und vorzeitigen Todesfällen. Rückschlüsse auf direkte Todesfälle seien nicht möglich und nicht zulässig. Zudem existierten keine gesicherten wissenschaftlichen Aussagen zum Umfang, in dem Ammoniak zur sogenannten sekundären Feinstaubbildung beitrage, zumal diese immer von regionalen Bedingungen und Bindungspartnern in der Luft abhängig sei.

Der DBV betont außerdem, dass die deutschen Bauern seit Jahren am Thema Luftreinhaltung und Emissionsminderung arbeiteten. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sei die Landwirtschaft für rund 12 % der direkten Feinstaubemissionen verantwortlich, beispielsweise durch Bodenbearbeitung und Ernte. Die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft, aus denen sich indirekt Feinstaub bilden könnten, hätten seit 1990 bereits um 11 % reduziert werden können. Nach Prognosen werde das auf EU-Ebene für das Jahr 2020 für Deutschland vorgesehene Reduktionsziel für Ammoniak von 5 % gegenüber 2005 mit den bereits verabschiedeten Regelungen des neuen Düngerechts erreicht.

Mit Material von AgE