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Konjunkturbarometer

DBV-Konjunkturbarometer: Die Stimmung der Landwirte bleibt im Keller

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 12.07.2021 - 15:14

Die Stimmung der Landwirte hat sich zuletzt kaum verbessert, dennoch wollen sie wieder etwas mehr investieren.

Landwirte-Getreide-Schlepper

Die Stimmungslage der deutschen Landwirte bleibt weiterhin eher gedrückt. Das sind die jüngsten Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometers Agrar für Juni. Ursache sind unklare politische und gesetzgeberische Rahmenbedingungen, fehlende Planungssicherheit und zum Teil hohe Preise für Betriebsmittel. Der Indexwert des Konjunkturbarometers Agrar ist mit 14,7 im Juni gegenüber 14,2 aus der vorangegangenen Befragung von März nahezu unverändert geblieben.

Während die derzeitige wirtschaftliche Lage gegenüber März auf Grund deutlich gestiegener Erwartungen an eine ordentliche Ernte etwas positiver bewertet wird, bleiben die Zukunftserwartungen weiterhin relativ verhalten.

Nur knapp ein Drittel will noch investieren

„Die politischen Entscheidungen in der zu Ende gehenden Legislaturperiode haben erheblich zur aktuell schlechten Stimmungslage in der Landwirtschaft beigetragen. Insektenschutzpaket, Verschärfung der Düngeverordnung und Veränderungen bei der GAP beinhalten schmerzhafte Einschnitte für die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe. Das schafft Verunsicherungen und das muss sich dringend wieder ändern“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Der Anteil der Landwirte, der investieren will, ist nach Ergebnissen der Juni-Befragung wieder deutlich angestiegen, liegt jedoch mit 29 Prozent erheblich unter den entsprechenden Werten zurückliegender Jahre. Das für das nächste halbe Jahr geplante Investitionsvolumen der Landwirte liegt mit 4,3 Mrd. Euro um 0,4 Mrd. Euro höher als vor einem Jahr. Deutlichen Mehrinvestitionen in Wirtschaftsgebäude steht ein verminderter Kapitaleinsatz bei Erneuerbaren Energien gegenüber.

IuZ-Förderung bringt mehr Investitionen in Landtechnik

Der spürbare Anstieg bei Wirtschaftsgebäuden von 1,7 auf 2,2 Mrd. Euro ist vor allem auf mehr Investitionen in Maschinenhallen, Stallbauten im Bereich der Sauenhaltung sowie auf Erhaltungsinvestitionen in Milchviehställe zurückzuführen. Infolge des Investitionsprogramms Landwirtschaft (IuZ) haben besonders die Investitionsplanungen in umwelt- und klimaschonende Landtechnik zugenommen.

Allerdings geht mit dem erheblichen Anstieg des Kaufs von Düngeausbringungs- und Pflanzenschutztechnik ein Rückgang der Investitionen in Schlepper- und Transporttechnik einher. Das für Maschinen insgesamt in den kommenden sechs Monaten geplante Investitionsvolumen liegt mit 0,9 Mrd. Euro um 0,1 Mrd. Euro über dem entsprechenden Vorjahresstand. Das geplante Investitionsvolumen in Erneuerbare Energien geht um 0,2 auf 0,5 Mrd. Euro zurück.

Schlechtere Liquidität

Die Liquidität der Betriebe hat sich gegenüber März leicht verschlechtert. Im Juni 2021 gaben 17 Prozent der Betriebe an, dass ihre Liquiditätslage angespannt oder sehr angespannt ist. Besonders hoch ist der Anteil der Betriebe mit angespannter Liquiditätslage unter den Futterbaubetrieben (24 Prozent).

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe mit 3,05 etwas günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,21. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird gegenüber März in allen Betriebsformen etwas besser bewertet. Grund sind vor allem die gestiegenen Ernteerwartungen, so das Konjunkturbarometer.

Stellenwert in der Gesellschaft niederiger geschätzt

Die Coronakrise hinterlässt ihre Spuren auch in der Landwirtschaft. Im Juni 2021 fühlen sich 6 Prozent der repräsentativ befragten Landwirte von der Coronakrise beeinträchtigt, im Vergleich zu 10 Prozent ein Jahr zuvor. Und 15 Prozent wollen ihre geplanten Investitionen deswegen auf unbestimmte Zeit verschieben. Vor einem Jahr waren es noch 22 Prozent.

Während 22 Prozent der Landwirte angeben, durch die Corona-Pandemie Umsatzverluste erlitten zu haben, gehen 9 Prozent davon aus, zu coronabedingten neuen Absatzchancen gekommen zu sein. Nur noch 19 Prozent der Landwirte teilen die Einschätzung, dass mit der Corona-Situation die Landwirtschaft wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen wird. In der Juni-Erhebung 2020 waren es noch 30 Prozent. 36 Prozent der Landwirte sind derzeit dagegen der Meinung, dass durch das Virus die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Betriebe aus dem Blick geraten.