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Saisonkräfte

Coronatestpflicht für neu beginnende Erntehelfer

Saisonarbeitskraft
Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Mittwoch, 12.08.2020 - 10:02

In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen nur noch Personen arbeiten, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können.

12.08.2020: Vorgaben präzisiert

München - In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen nur noch Personen arbeiten, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können. Die neue Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter gilt seit vergangenem Dienstag und wurde vom Ministerrat beschlossen.

Die Verantwortung tragen die Betriebe, bei Verstößen drohen bis zu 25 000 € Strafe. Entweder müssen die Arbeitskräfte eine höchstens 48 Stunden alte Bescheinigung in deutscher oder englischer Sprache mitbringen oder sich vor Ort testen lassen. Bis zum Vorliegen der Papiere sind sie von den übrigen auf dem Betrieb untergebrachten Personen zu trennen.

Darüber hinaus sind die Betriebe verpflichtet, ihre Saisonarbeitskräfte 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn bei der Kreisverwaltungsbehörde mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten anzumelden. Eine kurzfristigere Anmeldung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Die Testpflicht ergänzt die Reihentestungen nach dem Corona-Ausbruch Ende Juli im Landkreis Dingolfing-Landau. Im niederbayerischen Mamming wurden zuletzt weitere 75 Mitarbeiter einer Konservenfabrik positiv getestet, in der sich bereits über 150 Menschen mit Corona angesteckt hatten.

Coronatestpflicht für Erntehelfer

Das erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Videokonferenz mit den Kabinettsmitgliedern am Montag in Nürnberg.

Die Lage nach dem Corona-Ausbruch bei Saisonarbeitern im niederbayerischen Mamming schätzt Söder als „stabil“ ein. „Reihentests, Hygienemaßnahmen und der betriebliche Lockdown funktionieren“, sagte er. 250 betroffene Mitarbeiter hätten Bayern bereits wieder verlassen. Alle Betriebe würden weiter durchgetestet.

Betriebe mit über zehn Mitarbeitern müssen künftig zudem einen Nachweis erbringen, dass Neuankömmlinge aus dem Ausland negativ getestet sind, bevor diese die Arbeit aufnehmen dürfen. Zur Durchsetzung der Testpflicht werden diese landwirtschaftlichen Betriebe verpflichtet, die Erntehelfer und Saisonarbeitskräfte den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden zu melden.

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gibt es inzwischen in allen bayerischen Regierungsbezirken Kontrollteams, die sich aus Vertretern der Landwirtschaftsverwaltung, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zusammensetzen. 100 Kontrollen auf die Einhaltung von Hygienekonzepten hätten bereits stattgefunden, weitere sollen folgen. Die Reihentests in Schlachthöfen, Zerlege- und fleischverarbeitenden Betrieben seien bis auf einen einzigen positiven Befund in einem Zerlegebetrieb alle negativ ausgefallen. Auch hier sollen weiter Kontrollen und Tests stattfinden