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Liquiditätssicherung

Coronakrise: Höhere Soforthilfen für Bayerns Bauern

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 01.04.2020 - 16:16

Die Förderbedingungen für die Soforthilfen für coronageschädigte Betriebe haben sich in Bayern erneut verbessert. Das gilt jetzt.

Soforthilfe_Corona_Bayern

Bayern hat die Hilfen für Landwirte, die unter den Folgen der Coronakrise leiden, aufgestockt. Die Fördersätze sind nun an das Bundesprogramm angepasst. So können laut Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger nun alle Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion, auch Gärtnereien, bis maximal 10 Beschäftigte die Coronahilfen beantragen. Daneben sind auch Soloselbständige, Angehörige der Freien Berufe antragsberechtigt.

Bislang waren die Zuschüsse in Bayern auf nichtlandwirtschaftliche Unternehmenszweige wie Urlaub auf dem Bauernhof oder Angebote zur Gemeinschaftsverpflegung beschränkt.

Bis zu 15.000 Euro sind möglich

Nach den erweiterten Richtlinien bekommen Betriebe mit bis zu 5 Beschäftigten maximal 9000 €, Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten maximal 15.000 € für die kommenden drei Monate. Zuvor sah das bayerische Programm lediglich Zuschüsse zwischen 5000 € und 7500 € vor.

Wer schon einen Antrag nach den bayerischen Vorgaben gestellt hat, kann bei Bedarf nun einen Ergänzungsantrag einreichen. Die jeweiligen Bezirksregierungen sowie die Stadt München sind für die Antragsbearbeitung zuständig. Die Anträge sind bis spätestens 31. Mai 2020 zu stellen.

Daneben zahlt der Freistaat zusätzliche Hilfen für gewerbliche Unternehmen zwischen elf und 250 Mitarbeitern. Firmen bis 50 Beschäftigte erhalten dann maximal 30.000 Euro, Unternehmen bis 250 Mitarbeiter erhalten nun bis zu 50.000 Euro. Gärtnereibetriebe mit mehr als zehn Mitarbeiter sind aber nicht antragsberechtigt.

Finanzieller Engpass muss nachvollziehbar sein

Die Soforthilfe dient der Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Unternehmen. Sie soll akute Liquiditätsengpässen in Folge der Corona-Krise überbrücken. Laut Bayerns Wirtschaftsministerium besteht ein Liquiditätsengpass, wenn die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den folgenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand wie Betriebsmittelkauf, Löhne oder Leasing- oder Kreditraten decken und das Betriebskonto ins Minus rutschen wird.

Private liquide Mittel müssen Antragsteller nicht verwenden, um die Lücken zu schließen. Die Angaben sind glaubhaft zu versichern. Ebenso dürfen sich Landwirte nicht bereits am 31. Dezember 2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Die Zuschüsse sind aber steuerpflichtig.

Daneben stehen für coronabedingte Liquiditätsengpässe auch Sonderkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Verfügung.